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IS und Syrien: Die USA und Russland provozieren einen Dritten Weltkrieg

10/09/2015 08:43 CEST | Aktualisiert 22/04/2017 16:44 CEST
Anadolu Agency

Der Bürgerkrieg in Syrien droht sich zu einem weltpolitischen Flächenbrand auszubreiten. In der Ukraine ist ein militärisches Aufeinanderprallen der beiden Atommächte USA und Russland verhindert worden, in Syrien könnte dieses Schreckensszenario Realität werden.

Anstatt eine gemeinsame Allianz gegen die größte Bedrohung in Syrien - die Terrormilizen vom Islamischen Staat (IS) - zu bilden, geht es Washington und Moskau um die Durchsetzung ihrer geopolitischen Interessen.

Was die USA wollen

Die USA wollen mit ihrer seit Monaten dauernden Militäraktion die Truppen des IS zerstören, aber verfolgen auch das Ziel, den ungeliebten syrischen Präsidenten, Bashar al-Assad, abzusetzen. Assad ist ein Verbündeter von Russland und dem Iran - die Amerikaner wollen beide Staaten nicht an der Neuordnung des Nahen Ostens beteiligen.

Deshalb schließen die USA nicht aus, dass sie nicht nur die Stellungen des IS, sondern auch Assads Truppen bombardieren könnten. Amerika weiß die Türkei hier an seiner Seite.

... und was Russland vorhat

Russland kann einen Sturz Assads nicht hinnehmen und wird seinen Verbündeten unterstützen und jetzt selbst Militäreinsätze gegen den IS - an der Seite Assads - fliegen. Kommt es zu Kämpfen amerikanischer und russischer Truppen gegeneinander? Die Welt wäre am Rande eines Dritten Weltkriegs.

Lachender Dritter wäre der Islamische Staat. Doch die USA machen Ernst: Sie haben ihrem NATO-Partner Griechenland verboten, russische Militärtransporte über griechischen Luftraum fliegen zu lassen.

Die Konsequenzen der staatlichen Ego-Trips für uns

Es scheint, dass die Europäer - arg gebeutelt durch den Flüchtlingsstrom aus Syrien nach Europa - allmählich begreifen, was auf dem Spiel steht.

Frankreich und Spanien sind bereit, eigene Kampfeinsätze gegen den IS durchzuführen, aber wünschen die Einbindung Russlands.

Die Bundesregierung hat in der Vergangenheit auch immer wieder betont, dass eine Lösung für Syrien nur mit Russland zusammen tragfähig ist.

Von Nöten ist eine internationale Syrien-Konferenz, die eine internationale Allianz gegen die Terrormilizen, aber auch konkrete Maßnahmen zur Stabilisierung Syriens, vielleicht durch eine Aufteilung des Landes, beschließt.

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