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5. Juni: Dritter Todestag von Clément Méric

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clement meric III

Am 5. Juni 2013 wurde der Antifaschist Clément Méric von Faschisten in Paris auf brutale Art und Weise umgebracht. Clément war gerade einmal 18 Jahre alt und zum Studieren der Politikwissenschaften nach Paris gekommen. Er war in sehr vielen politischen und sozialen Gruppen aktiv. So war er im anarchosyndikalistischen CNT, der lokalen Antifagruppe AFA Paris Banlieu und in dem Sud Étudiant organisiert. Er wird als schmächtig, aber sehr mutig beschrieben. Er hatte in seinem Leben eine schwere Krankheit überlebt, er hat die Leukämie besiegt.

2013 wurde die Ehe für alle legalisiert. Dadurch entstand eine Bewegung, die die extreme Rechte dazu benutzte, um Menschen, die eher konservativ eingestellt waren, für sich zu gewinnen. Diese Bewegung gibt es auch in Deutschland und sie nennt sich hier "Demo für alle". Besonders in Paris wurde diese Demo von sehr vielen Menschen besucht. Teilweise kamen 300000 bis 800000 Menschen auf die reaktionäre "Manif pour tous". Der junge Clément hat sich damals gegen diese Bewegung gestellt. Er setzte sich für das Recht ein, wonach alle heiraten dürften.

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Am 5. Juni wollte Clément shoppen gehen, denn er hatte einen Gutschein. Im Laden, den auch Skinheads besuchen, traf er seinen Mörder. Esteban Morillo. Dieser war zu dem Zeitpunkt 20 Jahre alt und schon länger in faschistischen Organisationen beteiligt. Er war Teil der "Jeunesses Nationalistes Révolutionnaires" einer rechtsextremen Gruppe, die eng mit dem "Troisième Voie" (Dritter Weg) verbandelt ist. Ein Faschist erkannte den veganen Anarchisten im Geschäft und rief seine Kameraden, die mit dem Wissen, dass Clément niemanden angegriffen hatte, kamen. Sie waren darauf aus, ihn auszuschalten. Es muss aber nicht unbedingt sein, dass der rechtsextremistische Mörder Esteban Morillo, ihn auch wirklich töten wollte. Dieser hat den Tod aber mindestens in Kauf genommen, denn Clément wurde mit einem Schlagring zu Tode geprügelt.

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Die Reaktion der Mainstream-Medien war teilweise miserabel. Der Gründer und Führer der rechtsextremen Organisationen Serge Ayoub wurde in Fernsehsendungen eingeladen und gab zahlreiche Interviews. Dort konnte er seine Propaganda in die Mitte der Gesellschaft bringen. Ayoub behauptete beispielsweise, den Mörder Esteban Morillo nie getroffen zu haben, was aber gleich widerlegt wurde. Einige Wochen nach dem Attentat auf Clément Méric verkündete Serge Ayoub die Auflösung der "Troisième Voie" und der "Jeunesses Nationalistes Révolutionnaires", um so einem Verbot vorzukommen.

Aus diesem Grund fand am 4. Juni in Paris eine Gedenkdemonstration statt. Diese war mit Spannung geladen, denn in Frankreich herrscht aktuell noch der Ausnahmezustand und das wird von der Polizei zu allem benutzt. Polizeigewalt ist in Frankreich sehr präsent. Auch Gegengewalt der Demonstranten tritt vereinzelt auf.

 

Wer sich zu den Hintergründen zu dem Mord an Clément Méric und der Rechtsentwicklung in Frankreich auseinandersetzen möchte, dem sei diese Doku empfohlen.

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