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Es gibt keine Partei, die uns junge Menschen versteht, also gründen wir eine

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DEMOKRATIE
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Mehr als die Hälfte der Mitglieder großer Parteien in Deutschland ist über 60 Jahre alt. Der typische Bundestagsabgeordnete ist über fünfzig, männlich und Jurist. Nur 80 der über 600 Abgeordneten sind 40 Jahre alt oder jünger.

Wie kann es sein, dass wir es einer so wenig repräsentativen, homogenen Gruppe überlassen, Politik für unsere gesamte Gesellschaft zu machen?

Die Antwort fällt leicht, wenn man sich die Parteien genauer anschaut: Wer hat schon Lust, sich die Abende auf angestaubten Ortsvereinssitzungen und die Samstage am uninspirierten Wahlkampfstand um die Ohren zu schlagen?

Wer will Zeit und Energie in einer Organisation investieren, die dem Einzelnen kaum Gestaltungsspielraum gibt? In der eine jahrelange Ochsentour notwendig ist, um eines Tages vielleicht zur privilegierten Gruppe zu gehören, die nicht mehr auf die Basis hört, sondern eigene Beschlüsse fasst, weil sie „alternativlos" sind?

Junge Menschen engagieren sich überall - nur nicht in Parteien

Wenn ich mich in meinem Umfeld umschaue, habe ich nicht den Eindruck, dass junge Menschen politikverdrossen sind. Sie engagieren sich in Vereinen, zivilgesellschaftlichen Initiativen und NGOs - also überall, nur nicht in Parteien.

Zugleich spüren viele, dass es an der Zeit ist, sich einzubringen. Immer mehr Menschen wollen die Politik nicht länger denen überlassen, die anstelle eine gerechte Zukunft zu gestalten, den Status quo verwalten.

Der Rechtspopulismus in Deutschland und Europa, der Brexit und die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten: All das hat viele Menschen schwer erschüttert - und ganz besonders junge Menschen.

Parteigründung für einen demokratischen Neuanfang

Unser Land braucht neue Impulse von seinen Bürgerinnen und Bürgern. Demokratie lebt von der individuellen Willensbildung der Menschen und von ihren Ideen. Doch echte Mitbestimmung gibt es in den bestehenden Parteien kaum noch.

Das wollen wir ändern! Zusammen mit 100 Aktivisten gründe ich eine neue Partei: DEMOKRATIE IN BEWEGUNG (DiB). Wir haben uns zusammengeschlossen, um einen demokratischen Neuanfang zu gestalten. Denn dafür ist es höchste Zeit!

Mehr zum Thema: Die Gefahr für die Demokratie ist so groß wie nie - aus einem unerwarteten Grund

Es wird Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen: Wenn wir mit unserer Petition bis zum 29. April 100.000 Unterschriften sammeln , dann treten wir bereits im September 2017 bei der Bundestagswahl an.

Über 91.000 Menschen haben wir mit der Idee bereits begeistert - eine Woche ist noch Zeit, um unser Ziel zu erreichen.

Politik findet in Hinterzimmern statt

Wir verstehen uns als Partei-Startup und als lernende Organisation: Wir arbeiten in kleinen, schlagfertigen Teams und in hohem Tempo. Jede und jeder kann sich dort engagieren, wo sie oder er Stärken hat und etwas bewegen möchte.

Unser Initiativprinzip zur Erarbeitung des Parteiprogramms öffnen wir für alle Menschen, die sich einbringen wollen. So entsteht ein vielseitiges Programm, das sich auf eine breite Bewegung stützt.

Ein Leitmotiv für uns ist dabei Transparenz. Über 5.000 Lobbyisten machen alltäglich ihren Einfluss in Berlin geltend - in Brüssel sind es sogar mehr als 20.000. Politik findet in Hinterzimmern statt.

Abgeordnete verdienen neben dem Mandat kräftig mit Lobby-Jobs und in Aufsichtsräten. Konzerne spenden hohe Summen an die großen Parteien, um ihre Interessen zu unterstreichen.

Bei DEMOKRATIE IN BEWEGUNG unterschreibt deshalb jedes Mitglied einen Ethik-Kodex, der diese Verflechtungen und Intransparenz ausschließt.

Mehr zum Thema: US-Professor will die Demokratie revolutionieren - und Ungebildete nicht mehr wählen lassen

Um die deutsche Gesellschaft wirklich akkurat repräsentieren zu können, wollen wir Politik vielfältiger und inklusiver gestalten. Es geht uns darum, die Interessen junger Menschen besser zu vertreten. So wollen wir echte Generationengerechtigkeit erreichen.

Als Gegengewicht zum erstarkenden Rechtspopulismus und zur AfD machen wir uns gegen Rassismus, Hass, Hetze und Sexismus stark. Vielfältige Politik heißt für uns, Frauen und anderen strukturell benachteiligten Gruppen eine gleichberechtigte Stimme zu geben.

Die Politik braucht neue Visionen für die Zukunft

Wir leben in einer Zeit großer Umbrüche. Anstatt mit offenem Mund zuzusehen, wie die Säulen unserer Gesellschaft einstürzen, müssen wir endlich anfangen, unsere Zukunft zu gestalten.

Die Schuldenkrise in Europa, die globalen Migrationsbewegungen, die Automatisierung, Digitalisierung und künstliche Intelligenz, der Klimawandel, das weltweite Bevölkerungswachstum: Die Liste der großen Veränderungen und Herausforderungen der kommenden Jahre und Jahrzehnte ist lang.

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Gerade deshalb brauchen wir wieder Phantasie in der Politik! Lasst uns endlich zukunftsgewandt und konstruktiv an neuen Ideen arbeiten.

An nachhaltigen Lösungen, die unseren Planeten schützen und auch unseren Kindern und nachfolgenden Generationen ein Leben in Freiheit und Gerechtigkeit ermöglichen.

Wir können die Herausforderungen nicht denn Ü60-Parteien überlassen. Innovation kommt immer aus kleinen Organisationen, die dann immer größer werden. Genau das haben wir bei DEMOKRATIE IN BEWEGUNG vor.

Wir braucht Eure Ideen - dafür bauen wir gerade Strukturen ohne die üblichen Barrieren und Parteihierarchien.

Über 400 Menschen haben sich bereits gemeldet, um für die neue Partei bei der Bundestagswahl zu kandidieren.

Wir hoffen auf viele weitere spannende und vielseitige Bewerbungen von Euch.

Aber, first things first: Noch fast 9000 Unterschriften fehlen unter unserer Petition, damit wir auch wirklich schon im September antreten! Unterzeichnet jetzt und gründet mit.

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Oft schauen wir auf gesellschaftliche Entwicklungen nur aus einer abstrakten Perspektive: Experten sprechen über Probleme anhand von Studien. Politiker loben, was gut läuft, anhand von grauen Statistiken - all das hat mit dem Alltag der Menschen, die von diesen Entwicklungen betroffen sind oder sie prägen, oft wenig zu tun.

Diese Menschen kommen jetzt in der Huffington Post zu Wort. Denn wie fühlt sich Armut in einem reichen Land jenseits der Statistiken an? Wie sieht Deutschland aus der Perspektive eines Obdachlosen aus? Vor welchen Problemen steht ein gerade angekommener Flüchtling? Wer hat mit seiner Initiative ein gravierendes Problem gelöst? All das ist Thema in HuffPost-Voices.

Diskutiert mit und schickt uns eure Erlebnisse an Blog@huffingtonpost.de.