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7 Tipps, um besser mit Stress im Job klarzukommen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
JOB STRESS
Caiaimage/Sam Edwards via Getty Images
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Arbeit frisst Seele. Diese zugegeben provokante Aussage lässt sich endlos fortsetzten:

Arbeit frisst Liebe

Arbeit frisst Freundschaften

Arbeit frisst soziale Kontakte

Haben sie auch ab und zu das Gefühl, dass ihr Job sie auffrisst; sie den Anforderungen nicht mehr gewachsen sind; für die schönen Dinge des Lebens keine Zeit mehr haben? Das alles gehört ab sofort der Vergangenheit an; denn jetzt gibt es die „Bunte Pille" und alles wird gut.

Wirklich?

Die heutige Arbeitswelt ist mit extremem Druck verbunden, immer mehr Aufgaben müssen in immer kürzerer Zeit erledigt werden. Damit die Zahlen passen, müssen immer weniger Mitarbeiter immer mehr leisten. Die Anforderungen an den Einzelnen werden ständig höher. Und sie als kleines Rädchen in der großen Maschine müssen funktionieren oder sie sind raus.
Das Problem daran ist nur, dass die kleinen Rädchen nur eine bestimmte Laufleistung haben und einfach irgendwann an die Belastungsgrenze stoßen.

Maschinen werden gewartet, Autos kommen zum Kundendienst, bei Bergbahnen wird eine Revision durchgeführt usw. Doch die Maschine Mensch soll vierzig bis fünfzig Jahre laufen ohne jeden Aufwand.

Eher unwahrscheinlich, oder?

Stress, Burnout und Depressionen sind in aller Munde. Das betrifft nicht nur Manager sondern mittlerweile alle Bevölkerungsschichten vom Schüler, Handwerker über die Hausfrau bis hin zum Arbeitssuchenden.

Hier möchte ich wieder auf die Überschrift kommen „Arbeit frisst Seele":
Arbeit frisst gar nichts, Arbeit kann nur das fressen was ich bereit bin, zu geben.
Wenn ich bereit bin für die Arbeit meine Seele, meine Liebe, meine Freundschaften und sozialen Kontakte aufzugeben, dann liegt es an mir.

Wir müssen uns bewusst werden, was wir leisten können und achtsam mit unserer Gesundheit umgehen. Unsere Gesundheit ist das wichtigste Gut das wir haben. Deshalb ist es enorm wichtig, auf die Signale zu achten. Länger anhaltende Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, übermäßige Gereiztheit und Lustlosigkeit können erste Anzeichen für eine Überlastung sein und sollten in jedem Fall abgeklärt werden.

Die Sprichwörter: „Das schlägt mir auf den Magen" oder „Das geht mir an die Nieren" sind nicht nur so dahin gesagt, sondern haben einen reellen Hintergrund.

Unsere Gesundheit ist das wichtigste Gut das wir haben

Die rasante Entwicklung in der Arbeitswelt lässt sich momentan nicht ändern, wenn auch einzelne Firmen mittlerweile neue Arbeitsmodelle testen (Homeoffice, Jobsharing usw.) ist es doch fraglich ob sich die Belastung für den Einzelnen ändert. Deshalb liegt es an uns als Arbeitnehmer, zu handeln und die richtigen Weichen zu stellen bevor wir an unsere Belastungsgrenze kommen.

Und mit Weichen stellen meine ich nicht die „Bunte Pille", sondern sich zu fragen:

• Wo stehe ich momentan?
• Ist es das, was ich immer wollte?
• Wo will ich hin?
• Wie geht es mir im Moment?
• Fühlt sich das, was ich jetzt mache, richtig für mich an?
• Wenn nicht, welche Perspektiven habe ich dann?

All diese Fragen lassen sich oft leichter beantworten, wenn wir die Perspektive wechseln und sozusagen als Außenstehender unser Leben betrachten.

Haben sie Antworten gefunden oder sind sie sich noch nicht sicher, oder der Meinung dass sie etwas ändern müssen, dann gehen sie die Sache ruhig an. Sprechen sie mit ihrem Partner/in, einem Freund/in darüber oder kontaktieren sie einen Coach. Ein guter Coach wird ihnen keine Lösungen präsentieren, sondern ihnen helfen, diese selbst zu finden und Stück für Stück umzusetzen.

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Oft sind es nur kleine Stellschrauben die wir verändern müssen, damit es wieder rund läuft.
Zum Schluss möchte ich ihnen noch ein paar Tipps geben wie sie mit Leichtigkeit durch den Tag kommen.

• Beginnen Sie ihren Tag mit guten Gedanken. Denken müssen sie sowieso, warum also nicht gleich etwas Schönes? Am besten schon vor dem Aufstehen den Tag loben (heute ist ein schöner Tag)

• Schaffen Sie sich zwischendurch immer wieder kleine Auszeiten in denen sie kurz innehalten, ein paar tiefe Atemzüge nehmen und an ein schönes Erlebnis denken. Hier hilft evtl. die Erinnerungsfunktion in ihrem Smartphone.

• Versuchen Sie in der Mittagspause nicht über die Arbeit zu reden, machen sie stattdessen einen kleinen Sparziergang und lassen sie die Seele baumeln.

• Beschließen Sie den Tag mit einer kleinen Rückschau. Nehmen Sie sich ein paar Minuten nur für sich und lassen sie den Tag Revue passieren, was war gut, was war weniger gut.

• Führen Sie Tagebuch, jeden Tag drei bis vier Sätze, Sie werden erstaunt sein wie befreiend es ist, sich das Erlebte von der Seele zu schreiben.

• Legen Sie sich einen Schreibblock und einen Stift auf das Nachtkästchen; falls Ihnen beim zu Bett gehen noch was einfällt, können Sie es aufschreiben und müssen es sich nicht bis zum nächsten Tag merken.

• Die letzten Gedanken vor dem Einschlafen sollten schön sein, evtl. vom letzten Urlaub oder einem positiven Ereignis. Mit der Stimmung mit der wir einschlafen, wachen wir am nächsten Tag auf.

Seien Sie achtsam und bleiben sie gesund ihr
Alexander Müller

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