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Tage des stillen Zorns

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Ein weiterer tragischer, wie trauriger Tag. Erschüttern doch erneut Morde in Barcelona ganz Europa. Unsere Anteilnahme gilt in allererster Linie den Opfern und ihren Familien! Es sind Tage der Trauer. Tage der Ohnmacht. Aber auch Tage des stillen Zorns.

Zorn

Unser stiller Zorn gilt den feigen Mördern des Islamischen Staates, die ihre irrige Ideologie mittels feigen Taten verbreiten, für die Allah sich in Grund und Boden schämen wird. Werden sie doch in seinem Namen begangen!

Unser stiller Zorn sollte aber auch jenen politisch Verantwortlichen gelten, die das Haus Europa zum offenen Gebilde erklärt haben und selbst nach einer vorhersehbar, importierten Welle der Gewalt nicht bereit sind ihre Fehler zu korrigieren. Die unsere Grenzen nicht mehr schützen.

Die bekannte islamistische Gefährder oder nordafrikanische Intensivtäter nicht ausweisen, selbst wenn diese durch wiederholte massenhafte Straftaten mittel- und unmittelbar unsere freiheitliche Grundordnung gefährden.

Unser stiller Zorn gilt auch jenen Medien und Journalisten die nicht aufhören, das Lied des Multikulturalismus zu singen, die immer weitere Zuwanderung unter dem Deckmantel der Nächstenliebe fordern und die Fehler einer europaweit gescheiterten Integration bei der Politik und in Strukturen suchen und nicht erkennen wollen, das Bürgerkriege und wirtschaftlich schlechte Zustände in Afrika oder in arabischen Staaten nicht durch die Aufnahme einer unbegrenzten Zahl an Flüchtlinge, seien es Bürgerkriegs- oder Wirtschaftsflüchtlinge, gelöst werden können.

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Redaktionen, die bei ihren Berichten versuchen die Terminologie Terror zu vermeiden.
Die von Tätern sprechen ohne die Nationalität zu erwähnen, weil es ihrem Weltbild wiederspricht. Die alarmierende BKA Statistiken relativieren und jeden, der es wagt, an ihrer alles selig machenden Wahrheit und dem Gutmenschentum, das sie wie eine Monstranz vor sich hertragen zu zweifeln, in die Nazi Ecke stellen.

Es sind oftmals die gleichen Journalisten, die später die Opfer beweinen ohne eine klare Reflektion in ihrer Berichterstattung erkennen zu lassen!

Die in alter „Multikulti Manier" die libertäre Fahne hochhalten und die Menschen nach jedem neuen Anschlag auffordern, auf die Strasse zu gehen, um den Terroristen zu zeigen, dass sie unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt mit ihren Taten nicht werden zerstören können. Doch paradoxer Weise hat genau dieser Prozess bereits begonnen.

Jener kulturelle, religiöse und demokratische Zusammenhalt unserer europäisch, westlichen Gesellschaften ist derzeit sehr gefährdet ist, sich weiteraufzulösen.

Die Kundgebungen gegen Terror müssen für Terroristen wie „das Pfeiffen im Walde" klingen. Wie das Zusammenrücken einer ängstlichen, sich in Gefahr wähnenden Gruppe. Sicher kann es Kraft geben, zu wissen, dass man nicht alleine ist mit seiner Angst. Aber reicht das?

Konsequenzen

Was sagen wir den Müttern, Vätern und Kindern die nach den feigen Attacken in Barcelona, Madrid, London, Berlin, Paris oder Nizza gerade ihre Liebsten verloren haben? Sorry, die Gesellschaft steht an deiner Seite aber wir machen weiter wie bisher?
Nach einigen Tagen der Aufregung werden die Medien nach detaillierten Analysen wieder einmal alles bereits vorher gewusst haben. Fall geklärt. Es ist alles gar nicht so schlimm!?

Die Politik wird im Wahlkampf erfahrungsgemäß ohnehin wenig geneigt sein tatsächliche Probleme zu benennen oder gar zu lösen. Ihr sekundiert ein Heer an willfährigen und oft staatlich bezahlten Journalisten, die meist allzu schnell geneigt sind, wieder „Normalität" einkehren zu lassen. Doch was bedeutet diese „Normalität"?

Das die immer wieder kehrende terroristische Gewalt nicht mehr verhinderbar ist?
Das die breite Masse der Menschen durch eine sich ständig wiederholende mediale Systematik nach solchen Anschlägen bereits so abgestumpft ist, dass sie sie diese „nicht zu verhindernden Vorfälle" widerspruchslos hinnimmt?

Das sollten wir in keinem Fall! Es sind Tage der Trauer. Aber auch Tage des stillen Zorns. Wir sollten ihn uns bewahren und verbal klar zum Ausdruck bringen, dass wir nicht länger gewillt sind diese Systematik des „Weiter so" als Gesellschaft widerspruchslos hinzunehmen. Ein „Weiter so", das unsere Sicherheit in ganz Europa gefährdet, ohne auch nur ein Problem in den Konfliktländern zu lösen. Die Koalition der Verharmloser muss sich klar darüber werden, das sie mit ihrem Verhalten, der begonnen Erosion unseres gesellschaftlichen Zusammenhaltes weiter Vorschub leistet.

Sie sind für das Wiedererstarken von Rechtsradikalismus mindestens genauso verantwortlich wie die rechten Scharfmacher auf der anderen Seite. Es sei klar gesagt. Nicht die Medien sind verantwortlich oder ursächlich für die zunehmende Gewalt! Sie sind jedoch in der Verantwortung dafür zu sorgen, dass Gewalt, zumal terroristische, nicht als Normalität wahrgenommen wird. Damit machen sie es sich und den politisch Verantwortlichen zu einfach. Fordern wir also zornig, das Mindeste das wir als Bürger erwarten dürfen. Sicherheit und Taten seitens der Regierungen. Und eine unabhängige Presse, die sich nicht mit der Politik gemein macht. Wir möchten keine Journalisten, die Zuschauer und Gäste nur als Beiwerk sehen um ihre eigene Meinung ins Volk zu tragen.

Alexander Puschkin schrieb bereits 1778:

„Gefahr ist im Lande. Wenn Sklaven und Kriecher
die einzigen Vertrauten des Thrones sind.
Und er vom Himmel gesandte Sänger schweigt
und die Augen niederschlägt".

Erinnern wir uns daran, in diesen Tagen der Trauer und des stillen Zorns.

Im Gedenken an die Opfer.

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