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Finanzbildung gehört auf den Lehrplan!

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Fonds, Rendite, Anleihe, ETF - für die meisten Jugendlichen und leider auch Erwachsenen sind diese Finanzbegriffe böhmische Dörfer. Gefragt nach ihrem Finanzwissen geben sie sich daher im Schnitt die Note 3,4.

Ein Fünftel der Befragten schätzt sein Wissen mangelhaft oder sogar ungenügend ein. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen repräsentativen Umfrage von comdirect.

Dabei liegt es nicht an der Motivation. 90 Prozent gaben an, grundsätzlich Interesse an Finanzen zu haben und sich aktiv zu informieren. 95 Prozent würden es begrüßen, wenn es das Fach „Finanzwissen" in der Schule gebe. 44 Prozent fänden es sogar gut, wenn es ein Pflichtfach wäre. Der aktuellen Vermittlung von Finanzwissen an Deutschlands Schulen geben die Jugendlichen im Schnitt die Note 4,4. Fast 60 Prozent finden die Finanzbildung in der Schule mangelhaft oder ungenügend.

Es ist dringend erforderlich, dass die Kultusministerien der einzelnen Länder Finanzwissen als Schulfach im Lehrplan aufnehmen. Dadurch kann eine Basis im Umgang mit Geld und den einzelnen Möglichkeiten der Geldanlage geschaffen werden.

Es ist kein Wunder, dass nur Krankheiten als Gesprächsthema unbeliebter sind als Finanzen. Nur 8 Prozent sprechen in ihrem Freundeskreis sehr gerne über Geldthemen. Fast 60 Prozent äußern sich dazu eher ungern beziehungsweise sehr ungern. Das überrascht nicht. Wer über ein Thema nichts weiß, spricht natürlich auch nicht gerne darüber.

Dem Versagen der deutschen Schulen beim Vermitteln von Finanzwissen ist auch geschuldet, dass die Deutschen trotz Niedrigzinsen ihr Gespartes weiter auf ihr Girokonto legen - und das mit wachsender Begeisterung. Einer Emnid-Umfrage zufolge waren es 2016 etwa 80,4 Prozent, im Vorjahr waren es 75,8 Prozent. Auch die traditionell niedrige Quote an deutschen Aktionären ist Ausdruck des Versagens der Bundesländer in Sachen Finanzbildung.

Durch eine bessere Finanzbildung von Kindesbeinen an könnte es sich Vater Staat auch sparen, die Finanzmärkte mit zahlreichen Regulierungen zu überziehen, die einzig und allein das Ziel haben, den armen Bürger vor windigen Finanzangeboten und sich selbst zu schützen.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

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Hier geht es zur Umfrage.

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