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5 Fakten, die Marketer über unsere Internetnutzung wissen sollten

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ipopba via Getty Images
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222 Minuten: So viel Zeit verbringen die Deutschen täglich im Internet. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie von Opinion Matters und Outbrain. Dies birgt ein ungeheures Potenzial für Marketer, die im Internet Kunden sehr zielgerichtet ansprechen können. Dabei haben sie sehr viel mehr Möglichkeiten, als nur Anzeigen auf Google und Facebook zu schalten. Wir zeigen die fünf wichtigsten Ergebnisse der Studie und erklären, wie Marketer von diesen Erkenntnissen profitieren können.

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1. 1/3 unserer Zeit im Internet verbringen wir mit Inhalten, die wir nicht aktiv gesucht haben

Einen Großteil der fast vier Stunden täglich suchen wir nach bestimmten Informationen oder checken die Updates unserer Freunde auf verschiedenen Social-Media-Kanälen. 1/3 unserer Zeit surfen wir allerdings Seiten an, nach denen wir ursprünglich gar nicht gesucht haben. Das bietet ein sehr großes Potenzial für Kundenansprache, denn diesen Moment der Entdeckung können Marketer für sich nutzen. Und zwar, indem sie Nutzer genau in dem Moment ansprechen, in dem sie auch bereit für Entdeckungen sind. Marketer sollten also nicht auf aufpoppende Banner oder Videos setzen, wenn der Nutzer eigentlich nur einen Artikel lesen möchte, sondern am Ende des Artikels neue Inhalte anbieten.

2. Die Fake-News-Debatte hat einen Einfluss auf unser Vertrauen in Medien

Die Studie zeigt, dass wir vor allem traditionellen Medien viel Vertrauen schenken. Bei Nachrichten und auf Fakten basierenden Themen vertrauen 73% traditionellen Medien, aber nur 15% sozialen Medien. Für andere Themenbereiche nähern sich die Werte etwas an. Bei Finanzthemen zum Beispiel vertrauen 38% von uns traditionellen Medien, aber nur 13% Social Media, im Bereich Unterhaltung liegt Social Media sogar vorne. Unser Tipp: Bei solchen Themen sollten Marketer besonders Wert auf vertrauenswürdige Umfelder legen!

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3. Die vertrauenswürdigsten Werbeformen: Marken genießen ein enormes Vertrauen, Influencer nicht

Bei den Werbeformen haben bekannte Marken einen enormen Vorteil: 77% der Befragten vertrauen ihnen. Damit vertrauen Internetnutzer Inhalten von bekannten Brands deutlich mehr als Empfehlungen ihrer eigenen Freunde auf Social Media (64%). Nur Premium-Publisher (76%) und Experten wie Ärzte oder Anwälte (75%) genießen ein ähnlich hohes Vertrauen. Ganz anders sieht das bei Influencern aus: Ihren Tipps vertrauen nur 51% der Befragten. Ob dies eine Folge nicht klar gekennzeichneter Werbung und des hohen Werbegehalts ihrer Feeds ist? Unser Tipp für Marketer: Stärker auf eigenen Content setzen und Nutzern nützliche Tipps geben!


4. Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an

Wann lassen wir uns am ehesten von Content in unserem Kaufverhalten beeinflussen? Auch dieser Frage ging die Studie nach. 2/3 der Befragten finden Content am hilfreichsten, wenn Produkte miteinander verglichen werden. Dabei schätzen 51% informative und weiterführende Inhalte vor allem dann, wenn sie nach einer Lösung für ein bestimmtes Bedürfnis suchen. Zudem schätzen 46% der Studienteilnehmer Content, der ihnen bei der Entscheidung, wo sie ein Produkt kaufen sollen, weiterhilft. Brands sollten das in ihrer Marketing-Planung auf jeden Fall berücksichtigen.

5. Ein Beitrag alleine genügt nicht

Fakt ist: Deutsche Internetnutzer informieren sich gerne und ausführlich vor einem Kauf. Bevor wir eine Reise buchen, schauen wir uns durchschnittlich fünf Artikel an. Geht es um das Thema Finanzen lesen wir durchschnittlich 4,8 Artikel, bei Gesundheits- und Fitnessprodukten 4,1 Artikel. Unser Tipp: Unternehmen sollten mehrfache Kontakte mit ihren Kunden planen - zum Beispiel, indem sie zuerst gute Testberichte distribuieren und dann mithilfe von Landing-Pages, die konkrete Produkte vorstellen, den erneuten Kontakt suchen.

Die Studienergebnisse zeigen, dass Marketer die Möglichkeiten neben Social Media und Google-Anzeigen stärker nutzen und das Vertrauen, das ihnen entgegengebracht wird, vermehrt in die Waagschale werfen sollten.

(Für die Studie befragte Opinion Matters im Auftrag von Outbrain 1.000 Menschen (18+, gleiche Geschlechterverteilung) in Deutschland, die täglich Online-Content nutzen. Ziel war es, herauszufinden, wie die Befragten Online-Content konsumieren, wem sie zu welchen Themen am meisten vertrauen und welche Rolle die Content-Nutzung bei der Kaufentscheidung spielt.

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