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Authentisch-gelebte Sexualität ist göttliche Ekstase

21/03/2016 16:42 CET | Aktualisiert 22/03/2017 10:12 CET
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Sexualität ist rätselhaft, mystisch und geheimnisvoll. Unter dem Einfluss der Moralvorstellungen der meisten Religionen eher schmutzig, anrüchig und verboten.

Gelebte authentische Sexualität hingegen ist eine echte Bestandsaufnahme, wie genussfähig und lebensbejahend wir sind und wo wir in unserer gesamten Bewusstwerdung stehen.

Bei genauem Hinsehen - und Hingeben - bietet Sex das Potenzial zur inneren Heilung, wenn wir uns vollkommen einlassen, loslassen und fallen lassen. Er bietet die einzigartige Ebene, uns Gott zu nähern und in das unendliche weite Meer unserer Schöpfungsfähigkeit einzudringen.

Unser Gefühl beim Sex kann sehr aufschlussreich sein und uns Hinweise geben, wo sich noch Blockaden befinden, die unser ganzes bisheriges (Innen)leben widerspiegeln. Tief sitzende Ängste können entlarvt, bloßgestellt und befreit werden.

Gipfel der Selbstliebe

Authentisch-gelebte Sexualität ist ein spielerisch-erforschendes Abbild des eigenen Lebens und kann mögliche Störungen offenlegen. Sex beinhaltet die Chance zur Bewusstwerdung von störenden Prägungen, die uns im Leben oft ausbremsen und verhindern, dass wir authentisch leben - und lieben.

Die Ekstase der Sexualität ist der Gipfel der Selbstliebe und perfekter Ausdruck von Genuss und Freiheit.

Loslassen und den Körper „freigeben" bedeutet auch zu vertrauen und sämtliche Ängste zu verabschieden im Sinne der Liebe.

Dann ist dies Befreiung und Erlösung. Sex ist für uns Menschen eine wunderbare und einzigartige Möglichkeit, uns in aller Selbstliebe, Nächstenliebe, Verletzbarkeit, Freiheit, Sanftheit, Geborgenheit, Präsenz und Geilheit auszudrücken und zu spüren.

Sich hingeben, fallen lassen, halten und gehalten werden sind Grundbedürfnisse des menschlichen Körpers und der Seele. Sie dürfen auch als solche wahrgenommen werden.

Deshalb sollten wir aufhören, uns irgendwelchen spirituellen Konzepten zu beugen, die menschliche Sehnsüchte als „Süchte" verurteilen.

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Dafür dürfen wir uns bewusst werden, dass wir die pure Lebensfreude, die der Liebesakt mit einem geliebten Menschen entfachen kann, bewusst genießen „dürfen".

Mann berührt zärtlich seine Frau. Es sind die wertvollen Momente, wonach sich die Seele im menschlichen Körper sehnt, auch wenn es ein langer Prozess ist, wahrhaftig herauszufinden „was MEINE körperlichen und seelischen Bedürfnisse eigentlich sind?"

Um unsere authentischen Bedürfnisse besser zu erkennen, hören wir sanft in unseren Körper hinein, spüren unser Herz und verzeihen unseren inneren Verletzungen, woher diese auch stammen mögen. Dann spüren wir auch unsere pulsierende Lebensader, die danach strebt, sich selbst näher zu kommen und sich auszudehnen.

Nur wer Nehmen kann, kann auch Geben

Authentisch-gelebte Sexualität ist die Lust am Mannsein bzw. die Lust am Frausein. Eine, in der „Mann" ebenso seinen weiblichen Anteilen emotional näher kommen kann wie „Frau" ihren männlichen.

Wahrhaftige und authentische Sexualität kennt keine Normen, wie etwas zu sein hat, was darf und was nicht, wie es sein soll und wie nicht.

Die Regeln stellen zwei Liebende selbst auf, neugierig, spielerisch und erforschend.

Der Orgasmus als möglicher, finaler Schlusspunkt ist wie ein Heimkommen, wie ein Verschmelzen mit dem Partner und mit Gott, dem Universum und mit allem, was ist, was war und was sein wird.

Heilung auf höchster göttlicher Ebene

Wenn du die Scham verlierst und du dich dem Partner zeigen und (er)fühlen lassen kannst, so wie du bist. Keine Künstlichkeit, kein Verstecken, einfach SEIN, absolut authentisch.

Wenn aus Sehnsucht Leichtigkeit wird, wenn du schwebst wie ein Schwebeteilchen im schwerelosen Zustand, die Zeit stillzustehen scheint, es kein Morgen gibt.

Wenn die Sinne so herrlich erweitert werden, sobald du deinen Partner fühlen, riechen, sehen, hören und schmecken darfst.

Dann verschwinden alle Ängste im Moment des Eintauchens in die bedingungslose körperliche Einheit zweier Seelen, für diesen Moment. Und dann ist der sexuelle Akt Heilung auf höchster göttlicher Ebene.

Vom zärtlich-verspielten Slowsex bis hin zum wilden, harten Ficken. Eines aber immer: bewusst und hemmungslos. Es ist ein Geben und muss auch unbedingt ein Nehmen sein, ohne Kompromisse, und mit der Prämisse, dass es niemals „Irgendetwas" zu erreichen gibt.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf dem Blog "Geh Voran" des Autors erschienen.

Alex Miller ist außerdem Autor des Buches "Transformation der Zeit".

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