BLOG

Eco-Fashion - A New Star Is Born

28/02/2016 18:12 CET | Aktualisiert 28/02/2017 11:12 CET
Paper Boat Creative via Getty Images

Neben Modemetropolen wie London, Paris und New York wirkt Berlin noch etwas blass. Aber die diesjährige Berliner Fashion Week hat einen neuen Star hervorgebracht. Dieses Mal handelt es sich nicht um It-Girls, Star-Designer oder Modepüppchen. Dieses Mal geht es um Substanz - in anderen Worten: Eco-Fashion.

Mit einer Rekordbeteiligung von 166 Labels konnten der Greenshowroom und die Ethical Fashion Show punkten. Wenn Mode zum Selbstbewusstsein beiträgt, warum dann nicht auch das Bewusstsein für Mode schärfen?

Die schillernde Modewelt und der Ruf nach Veränderung

Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt die Modebranche bereits seit einiger Zeit. Immer wieder erschüttern Skandale in der Produktion, fehlende Transparenz und Unfälle in Niedriglohnländern die schillernde Modewelt. Somit wird auch auf Seiten der Konsumenten der Ruf nach fair produzierten Kleidungsstücken immer lauter - scheinbar mit Erfolg. Immer mehr Labels entstehen, die sich dieser Thematik annehmen und ihre Kleidung über das Internet vertreiben. Ein Wandel, der Deutschland in der Modewelt zu neuem Glanz verhelfen könnte.

In keinem anderen Land spielt fair und ökologisch produzierte Mode eine größere Rolle als bei uns. In dieser Hinsicht stehen wir den Modemetropolen in nichts nach. Ein Zeichen des Wandels, der sich sowohl auf die Konsumenten als auch auf die Branche auswirkt.

Den Preis für günstige Mode zahlen andere

Ein No-Name T-Shirt für 4,95 Euro erwirtschaftet noch 13 Prozent Gewinn für den Handel. Bei einer Hose für 100 Euro kommt der Handel sogar auf 50 Prozent. Zahlen, die in keinem Verhältnis zum Lohn des Produktionsarbeiters stehen. In Shenzhen zum Beispiel liegt der örtliche Mindestlohn pro Monat bei 900 Yuan, umgerechnet 120 Euro. Das ergibt einen Stundenlohn bei einem 8-Stunden-Tag von rund 50 Cent. In der Regel werden diese aber überzogen, und so werden aus den 50 Cent schnell 30 Cent pro Stunde.

Das ist grundsätzlich kein Geheimnis mehr. Tragischer sind da doch die gesundheitlichen Schäden, die die günstige Mode mit sich bringt. Die Baumwollproduktion hat weltweit 13 Millionen Arbeitsplätze, davon vergiften sich jährlich 1 Prozent der Arbeiter. Einer Schätzung nach sterben pro Jahr rund 20.000 Arbeiter an den Folgen der Vergiftungen. Die Zahlen schreien förmlich nach Veränderung und Gerechtigkeit.

Fünf nachhaltig produzierende Labels, die man kennen sollte

Immer mehr deutsche Labels positionieren sich gegen die Ungerechtigkeiten und produzieren fair und ökologisch. Mit dem Slogan „Love Fashion/Think Organic/Be Responsible" macht das Label Lanius auf sich aufmerksam. Die Kölner setzen vor allem auf naturbelassene Stoffe und Merino-Kammgarn aus Deutschland.

LovJoi beschäftigt unter anderem Asylbewerber und kreiert Mode von Casual über Streetstyle bis hin zur futuristischen Avantgarde. Das Label Feuervogl überzeugt mit einer transparenten und zertifizierten Prozesskette. Es wird ausschließlich ökologisch produzierte Baumwolle verwendet und auf umweltbelastende Chemikalien verzichtet.

Phil & Lui haben sich auf Portugal spezialisiert und produzieren dort nach dem GOTS-Standard ihre modischen Highlights. Auch Glimpse ist ein Hoffnungsschimmer in der Modebranche. Das Label gibt Frauen, die aus der Zwangsprostitution kommen, eine neue Chance. Vielleicht nutzen wir dann auch endlich unsere zweite Chance und gehen bewusster mit Mode und ihren Trends um.

Eine Infografik zum Thema nachhaltig produzierter Mode finden Sie hier.

Lesenswert

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Gesponsert von Knappschaft