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Braucht der gesunde Schlaf eine gute Matratze?

26/06/2016 16:24 CEST | Aktualisiert 27/06/2017 11:12 CEST
STUDIO BOX via Getty Images

"Neu ist immer besser!" Klingt wie ein plakativer Werbeslogan eines mittelmäßigen Matratzenvertreters. Doch es stimmt tatsächlich. Das Schlaflabor der Charité hat herausgefunden, dass ein Matratzenwechsel den Schlaf verbessern kann.

Aber nicht jede Matratze passt zu jedem Schlafbedürfnis. Um die richtige Matratze zu finden, ist das Probeliegen unumgänglich, und das sollte laut den Experten durchaus über mehrere Wochen in den eigenen vier Wänden geschehen. Die Erkenntnis: Die eine, beste Matratze gibt es nicht, dafür aber das richtige Probeliegen.

Schlaf ist überlebenswichtig

Schlaf macht schön, schlank und fördert die Konzentrationsfähigkeit. Kein Wunder, dass wir ein Drittel unseres Lebens mit geschlossenen Augen verbringen. Denn was gibt es Schöneres, als an einem Samstag so richtig auszuschlafen? Vielleicht, das auch an einem Montag tun zu können. Eins steht jedoch fest: Wir brauchen Schlaf. Denn nicht nur unser Geist muss sich von der Fülle der Informationen des Tages erholen, sondern auch unser Körper.

Beim Spaziergang durch eine belebte Innenstadt können pro Sekunde etwa 100 Megabyte an Informationen auf unser Gehirn einprasseln. Das wären in einer Minute knapp 6 Gigabyte, also die Datenmenge von etwa fünf Spielfilmen. Ein Glück nur, dass wir nicht alles abspeichern und zudem im Schlaf das Wichtige vom Unwichtigen trennen. Sonst wäre der Speicher des Gehirns schnell voll - und unser Akku leer. Schlafen ist somit nicht nur erholsam, sondern auch überlebenswichtig.

Zwischen Traum und Realität: gesunder Schlaf

Siebeneinhalb Stunden - das ist die optimale Schlaflänge, selbst bis ins hohe Alter hinein. Ganz im Gegensatz zu der allgemeinen Meinung, wir bräuchten im Alter weniger Schlaf. Doch gesunder Schlaf beginnt bereits mit dem Einschlafen. Laut Prof. Fietze sollten wir in einem Zeitfenster von 20 bis 30 Minuten eingeschlafen sein. Dauert es länger, laufen wir Gefahr, wieder wach zu werden und nicht so schnell wieder zur Ruhe zu finden.

Aber nicht jedes unruhige Schlafverhalten bedeutet gleich eine dramatische Schlafstörung und muss ernstgenommen werden. Problematisch wird es erst, wenn das Ein- oder Durchschlafen über drei Monate hinweg schwerfällt. In diesem Fall sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.

Die Deutschen schlafen gerne hart

Je härter die Matratze, desto besser schlafen wir - so lautet die Überzeugung vieler Deutscher. Doch das ist ein Trugschluss. Nicht jeder sollte auf einer harten Unterlage schlafen. Hier gilt vor allem für sensible Schläfer: je älter, desto weicher, je mehr Schmerzen, desto weicher und je leichter, desto weicher. Grundsätzlich sind Matratzen mit unterschiedlichen Härtegraden ausgestattet. Allerdings können diese ganz schön verwirren, da es für den Härtegrad einer Matratze keine ISO-Norm gibt. Der H1 der einen Matratze könnte problemlos dem H4 der Matratze eines anderen Herstellers entsprechen.

Darum sollten sich Verbraucher nicht blind auf diese Angaben verlassen und immer nach dem für sie besten Schlafgefühl suchen. "Jeder hat andere Schlafbedürfnisse, und es ist wichtig, eine Matratze zu haben, die auf die persönlichen Schlafbedürfnisse eingeht. Am Ende ist es natürlich immer subjektiv", so Vincent Brass von muun. Es geht um den richtigen Umgang mit dem Schlaf, dabei kann die Matratze nur der Ausgangspunkt sein. Denn: "Guter Schlaf ist mehr als die Matratze", so der Experte. Letztendlich erkennen Verbraucher eine gute Matratze ganz einfach an einem tiefen Schlaf. Und das kann nur jeder für sich selbst herausfinden.

Die kompletten Experteninterviews und eine Grafik zum Thema finden Sie hier.

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