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Das Kinderkrippen-L├╝gen-Szenario

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
CHILDREN PLAYING KINDERGARDEN
Maskot via Getty Images
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Durch mehr Kinderkrippen die Geburtenrate zu erh├Âhen ist Irref├╝hrung.
Die st├Ąndig deklarierte Wahlfreiheit ist eine arglistige T├Ąuschung.
Bedarfsweckung wird subtil als Bedarfsermittlung verschleiert.

Durch eine Krippen-Offensive die Geburtenrate zu erh├Âhen ist absurd

Von Politikern unterschiedlichster Richtungen wird - quasi als 'Global-Koalition' - immer neu verk├╝ndet, die Ganztagsbetreuung sei der 'K├Ânigsweg' zu einem stattlicheren Kindersegen. Diese Sto├črichtung wird durch Frauenverb├Ąnde und in die Erwerbst├Ątigkeit str├Âmen wollende Frauen meist stark unterst├╝tzt.

Wie absurd dieser Irrglaube ist, wird nicht nur durch die Entwicklung in den neuen deutschen Bundesl├Ąndern eindeutig belegt. Trotz eines superbreiten ganzt├Ągigen Betreuungs-Angebotes - selbst f├╝r S├Ąuglinge - ging die Geburtenrate nach der Wende rapide nach unten.

Auch in Schweden und den ├╝brigen skandinavischen L├Ąndern ist seit Jahren derselbe Trend auszumachen. Dagegen hatte ein Landkreis im Umfeld von T├╝bingen vor Jahren schon eine weit ├╝ber dem Bundesdurchschnitt liegende Geburtenzahl, bei einem gleichzeitig weit unter dem Durchschnitt liegenden Krippenangebot.

Eltern entscheiden sich nicht dann f├╝r Kinder, wenn sie diese bald in die Krippen geben k├Ânnen, sondern wenn Kinder gute Aufwachs- und Eltern gute Lebens- beziehungsweise Erwerbsbedingungen haben.

Eine wichtige Differenzierung zwischen Baby-Krippe und Kindergarten

Tauschen sich Menschen im Alltag ├╝ber Betreuungsm├Âglichkeiten von Kindern aus, steht schnell der Begriff KiTa (Kinder-Tagesst├Ątte) im Raum. Er wird als Dach-Begriff f├╝r die Betreuung von unter Dreij├Ąhrigen in der Krippe und der p├Ądagogischen Arbeit mit den ├╝ber Dreij├Ąhrigen im klassischen Kindergarten genutzt.

In diesem Zusammenhang ist jedoch eine deutliche Abgrenzung zwischen beiden Altersstufen zur Vermeidung undifferenzierter Er├Ârterung vorzunehmen. Denn die Entwicklungsvoraussetzungen der Kinder, die damit verbundenen p├Ądagogischen Konzepte, die personelle und r├Ąumliche Ausstattung, sowie die alltagspraktischen Arbeitsabl├Ąufe, sind zu unterschiedlichen.

Fast alle kritischen Anmerkungen zu einer Betreuung der unter Dreij├Ąhrigen entfallen, beziehungsweise kehren sich ins Gegenteil f├╝r den klassischen Kindergarten. Er ist eine der wichtigsten - auf Friedrich Fr├Âbel zur├╝ckgehenden - 'deutschen Erfindungen'.

In Hochachtung f├╝r sein Werk, und die in diesem Zusammenhang entwickelten p├Ądagogischen Konzepte, f├╝hrten in etlichen Sprachen dazu, dass die deutsche Bezeichnung un├╝bersetzt ├╝bernommen wurde.

Ur-Vertrauen und Ich-Identit├Ąt als Vorbedingungen f├╝r soziales Lernen

Das Kindergarten-Startalter wird allgemein auf circa 3 Jahre festgesetzt. Im R├╝ckgriff auf das Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung des Psychoanalytikers Erik H. Erikson kann ein Kind in diesem Alter unter der Voraussetzung von sicheren Bindungserfahrungen reichlich Ur-Vertrauen entwickeln und sich somit im Rahmen der Identit├Ąts-Entwicklung ein eigenes Kind-ICH schaffen.

Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um nun auch in intensiverem Ausma├č soziale Erfahrungen machen zu k├Ânnen. Mit diesem Altern ist in der Regel auch verbunden, dass Kinder relativ selbst├Ąndig zur Toilette gehen k├Ânnen, beziehungsweise konnten. Die Erfindung der Pampers-Windeln hat diesen Zeitpunkt jedoch um gut ein halbes Jahr verschoben.

Aussagen von Eltern, die Krippe w├╝rde die soziale Kompetenz f├Ârdern, fehlt somit weitgehend die Basis. Und dass Krippen die Sprachentwicklung f├Ârdern w├╝rden, widerlegten unterschiedliche Untersuchungen, so auch in Berlin, weil die ├ťbernahme der Spracheingaben von Gleichaltrigen maximal die Brabbel-F├Ąhigkeit von Kindern f├Ârderte.

Erst recht kann die deutsche Sprache nicht bei einem hohen Migrationsanteil der Kinder erlernt werden, am ehesten ein Multi-Kulti-Kauderwelsch. Denn Sprache entwickelt sich im ├╝bend-nachahmenden Kontakt mit Bezugspersonen, welche selber die deutsche Sprache recht gut beherrschen.

Und da auch im Bereich des Betreuungspersonal gut deutsch sprechende Fachkr├Ąfte zu h├Ąufig fehlen, reduziert dies die Sprach-F├Ârderung von Kindern in Krippen (aber auch in Kinderg├Ąrten) zus├Ątzlich.

Wo da Raum ist f├╝r die - von den meisten Politikern gebetsm├╝hlenartig behaupteten - wichtigen Bildungsimpulse in der Krippe zwischen st├Ąndigem Windel-Wechsel, Kummer-Tr├Âsten, Streit-Schlichten, Trink- beziehungsweise Ess-Versorgungen, An- und Umziehen, Arbeitsablauf-Dokumentationen oder in der Nachbargruppe wegen Personal-Mangels einspringen m├╝ssen, bleibt wohl ein Geheimnis dieser politischen Ideologen.

Wenn Eltern-Interessen die Kinder-Bed├╝rfnisse ausklammern

Auch wenn viele Anhaltspunkte daf├╝r existieren, dass Kleinstkinder bei Tagesm├╝ttern in der Regel besser aufgehoben sind als in Krippen, verlangt auch diese Betreuungsform nicht selten zu viel.

Die wichtigsten Befunde weisen in dieselbe Richtung: Je fr├╝her und l├Ąnger Kleinkinder in der Krippe oder anderen au├čerh├Ąusigen Betreuungs-Diensten verbringen, desto umfangreicher sollte mit mangelhafter individueller F├Ârderung beziehungsweise auftretenden St├Ârungen gerechnet werden.

Zu diesen Zusammenh├Ąngen ├Ąu├čert sich der h├Ąufig als Krippen-Bef├╝rworter bem├╝hte Prof. Dr. Dr. Dr. Wassilios Fthenakis in einem TAZ-Interview: "Die Bindungsqualit├Ąt ist heute genauso wichtig, wie fr├╝her (...) Die Eltern lassen sich durch nichts ersetzen (...) Man kann aber das Aufwachsen des Kindes bereichern, wenn es in eine Einrichtung von hoher Qualit├Ąt geht."

Er f├╝hrt weiter aus: "Bei Kindern unter zwei Jahren muss man sehr individuell schauen. Ich empfehle den Eltern, das Kind erst ab 18 Monaten in eine Einrichtung zu bringen. Vorher sollte es aber viel Kontakt mit Gleichaltrigen haben, etwa in Spielgruppen. Das Familiensystem blo├č nicht geschlossen halten." Aber es gibt kein Konzept f├╝r alle, jedes Kind ist anders. "Ich habe meinen Sohn in die Krippe gebracht, und als ich sah, wie er reagiert hat, habe ich ihn wieder herausgenommen."

Die subtile L├╝ge von der Wahlfreiheit im Rahmen eines Verfassungsbruchs

In unserem Land propagieren immer mehr Politiker ein ganz eigent├╝mliches Verst├Ąndnis von Wahlfreiheit. Denkende Staatsb├╝rger sehen das anders und betrachten dieses Vorgehen als Beg├╝nstigung bestimmter Personengruppen und f├╝hlen sich als - per Verfassungsbruch - Betrogene.

Denn es kann doch nicht sein, dass sich die auf das Erwerbsleben konzentrierenden Eltern mit einem in H├Âhe von 800,- bis 1.250,- Euro subventionierten Krippenplatz (je nach ├ľrtlichkeiten und Alter des Kindes differierend) pro Monat beschenkt f├╝hlen d├╝rfen und die f├╝r ihre Erziehung selbst Sorge tragenden Eltern nicht nur finanziell leer ausgehen und ins Abseits gestellt werden, sondern dieses Geld auch noch durch ihre Steuern mitfinanzieren.

Dass sie gleichzeitig von karriereorientierten Zeitgenossinnen als von vorgestern bel├Ąchelt werden, ist dann die Kr├Ânung der Ungerechtigkeit.

Wie per Bedarfsweckung keine Bedarfsermittlung m├Âglich ist

Kaum in einem anderen Bereich unseres Staatswesens wird so undifferenziert mit Bedarfs├Ąu├čerungen umgegangen, wie im Bereich der Kinderbetreuung. Rief das Volk, die Steuern abzuschaffen oder das Parken auf B├╝rgersteigen zu erlauben, es w├╝rde ignoriert.

Wollen Eltern aber rund um die Uhr ihr Kind am Kindergarten abgeben, zus├Ątzliche Krippenpl├Ątze oder Ganztagsschulen, schon wird das Ganze als wichtige Bedarfs├Ąu├čerung aufgegriffen.

Die Frage, ob die V├Ąter und M├╝tter sich hier ├╝berhaupt als Erziehungspersonen - in Abgrenzung von Eigeninteressen - ├Ąu├čern, bleibt meist unber├╝cksichtigt. Solche Willensbekundungen d├╝rften wegen Befangenheit und offensichtlicher Interessen-Kollision gar nicht ungepr├╝ft bearbeitet werden.

Au├čerdem w├╝rde jedes Angebot, welches zu circa 80% subventioniert wird, einen riesigen "Bedarf" ausl├Âsen. Die Produzenten von Kuscheltieren f├╝r Kinder beispielsweise, w├╝rden sich vor "Nachfrage und Begehrlichkeit" nicht retten k├Ânnen, wenn 80% der Kosten vorab vom Staat ├╝bernommen w├╝rden, wie im Fall der Krippenbetreuung.

W├╝rden die Krippenpl├Ątze zu den tats├Ąchlichen Kosten angeboten, bei einer gleichzeitig kr├Ąftig erh├Âhten Finanzausstattung der Eltern, w├╝rde sich sehr schnell der tats├Ąchliche Elternbedarf ergeben. Ob dies dann f├╝r die Kinder sinnvoll w├Ąre, bleibt damit immer noch offen.

'Mehr Elternverantwortung' anstelle von 'mehr Staat' als Konsequenz

Daher wird hier die Forderung aufgestellt, das Familien-/Erziehungsgeld f├╝r alle Eltern f├╝r die ersten 3 Lebensjahre kr├Ąftig aufzustocken und gleichzeitig die Subventionierung von Krippenpl├Ątzen einzustellen, um so eine wirkliche Wahlfreiheit zu schaffen.

Dann tragen die - auch in den ersten 3 Lebensjahren eines Kindes - auf eine m├Âglichst umfangreiche Erwerbst├Ątigkeit setzenden Eltern das Geld f├╝r Betreuungsleistungen an Tagesst├Ątten oder Tagesm├╝tter und die vielen anderen Eltern vereinnahmen es f├╝r die selbst erbrachte Erziehungsleistung.

Dies entspricht ├╝brigens genau dem Willen von circa 80% der Eltern, wie dies durch viele Untersuchungen belegt wurde.

Das System Familie w├╝rde so eine rasante St├Ąrkung erfahren und einen kr├Ąftigen Schub in Richtung Gerechtigkeit erfahren. Dies entspricht ├╝brigens exakt dem seit Jahren erhobenen Auftrag des Bundesverfassungsgerichtes an die Politik.

Denn dort wird im "Kinderbetreuungsurteil" vom 19.1.1999 ausdr├╝cklich die Schaffung einer echten "Wahlfreiheit f├╝r Eltern bei der Art der Kinderbetreuung in ihren 'tats├Ąchlichen' Voraussetzungen" gefordert, damit der vom Grundgesetzt garantierte Schutz von Ehe und Familie nicht durch die jeweiligen Bundesregierungen weiter ausgeh├Âhlt wird.

Dieser Text enth├Ąlt Ausz├╝ge aus dem Buch Mit mehr Selbst zum stabilen ICH!: Resilienz als Basis der Pers├Ânlichkeitsbildung.
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