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Flüchtlingskrise: "Wir brauchen endlich pragmatische Lösungen"

09/02/2016 09:56 CET | Aktualisiert 09/02/2017 11:12 CET
PhotoAlto/Odilon Dimier via Getty Images

Gerade erst hat die Bundesregierung das Asylpaket 2 verabschiedet, wird schon über ein Asylpaket 3 gesprochen. Aber es ist egal, wie viele Pakete die Große Koalition noch schnürt, den Flüchtlingsstrom werden sie damit nicht bremsen.

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Es ist wie bei einem Haus, in dem im obersten Stockwerk eine Wasserleitung leckt: Ich kann im Erdgeschoss so viele Eimer aufstellen wie ich will, das Problem kriege ich damit nicht gelöst.

Grenzen schließen ist absurd


Das Geschwätz von der Schließung unserer Grenzen ist ohnehin absurd. Die Folgen einer solchen Maßnahme wären verheerend: Lange Wartezeiten an den Grenzübergängen würden unsere exportorientierte Wirtschaft Milliarden kosten, an grenzüberschreitenden Pendelverkehr wäre gar nicht mehr zu denken und die Freizügigkeit innerhalb Europas wäre faktisch dahin.

Flüchtlinge würden wohl einfach auf andere Routen über Wälder und Wiesen ausweichen, und wie Deutschland seine gut 3700 Kilometer lange Grenze lückenlos kontrollieren will, ohne dass der Aufwand unverhältnismäßig wird, hat mir noch niemand erklären können.

Sehen wir der Realität ins Gesicht: Solange in Syrien Krieg herrscht, werden Menschen fliehen. Und je schlechter die Umstände in den überfüllten Flüchtlingslagern der umliegenden Länder werden, die bereits Millionen von Flüchtlingen aufgenommen haben, desto mehr Menschen werden sich auf den Weg Richtung Europa machen.

Land pachten, vor Ort helfen


Der syrische Bürgerkrieg wird sich nicht von heute auf morgen beenden lassen. Wir brauchen also pragmatische Lösungen. Als Bundesregierung würde ich sofort losziehen und mit Jordanien und dem Libanon Pachtverträge über Ländereien abschließen.

Dort könnte Deutschland Flüchtlingsunterkünfte errichten, ausstatten und managen. Und den Flüchtlingen dort ein anständiges Leben bieten, mit Nahrung, Unterkunft, medizinischer Versorgung, Schulbildung und so weiter. Aus diesen Einrichtungen könnte dann auch Einwanderung nach Deutschland erfolgen - aber nach einem geordneten Verfahren und nicht so wie derzeit.

So ein Projekt kostet jede Menge Geld, aber es ist immer noch günstiger, als all das hier in Deutschland zu tun - und vor allem rettet es Menschenleben, wenn sich die Menschen nicht mehr auf die Reise übers Mittelmeer machen müssen. Den Ländern, auf deren Gebiet das ganze realisiert wird, brächten es Geld und Arbeitsplätze.

Vielleicht hat diese Idee einen Haken, ich weiß es nicht. Ich weiß nur: So wie im Moment geht es nicht weiter. Lasst uns gemeinsam Lösungen finden. Ich freue mich auf Vorschläge!

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