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Die Wahl zeigt, dass wir die Ostdeutschen besser integrieren müssen

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MERKEL PROTEST
Matthias Schumann / Reuters
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Was ist da passiert? Die Ergebnisse der Bundstagswahlen haben wohl die meisten Menschen in Deutschland schockiert. Wofür stehen die Ergebnisse?

Für die CDU einzig entscheidend: Sie sind Stärkste Kraft und es ist keine Regierung gegen Angela Merkel möglich. Ein besseres Ergebnis war erhofft, schade, dass es nicht auch damit geklappt hat. Laut Umfragen lagen die Werte der Union teilweise bei über 37 Prozent. Am Ende sind es rund 33 Prozent geworden.

Die SPD liegt historisch tief bei etwas über 20 Prozent und ist entschieden, ehrenhaft in der Opposition Platz zu nehmen, um sich selbst neu zu finden und den Populisten nicht die Oppositionsführung zu überlassen. Die Rechtsradikalen mit einem rechtsradikalen Programm und rechtsradikalen Wählern im Bundestag. Das ist die eine Seite Deutschlands.

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Die FDP schafft es nicht, drittstärkste Partei zu werden. Aber dennoch ist es ein gelungenes Comeback von Christian Lindner, der sich nicht mehr an Apotheker und Hoteliers wendet, sondern mit Themen wie der Digitalisierung auch jungen Menschen gegenüber geöffnet hat. Die Grünen dürften von ihrem Ergebnis selbst überrascht sein. Jetzt kommt es darauf an, wie Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckart mit dem Ergebnis umgehen.

2017-09-07-1504786616-8796518-CopyofHuffPost4.pngInside AfD - Die Community für Kritiker der Rechtspopulisten

Deutschland ist mehr als nur die AfD

Insgesamt müssen alle Parteien verantwortungsvoll mit dem Ergebnis der Wahl umgehen. Priorität hat, dass eine stabile Regierung gebildet werden kann. Die Menschen erwarten, dass Lösungen zu Themen wie Rente und Europa präsentiert werden.

Die andere Seite: Schwarz-Gelb-Grün. Bürgerliche, liberale und ökologisch pragmatische Kräfte regieren bald Deutschland. Mit einem Bundesaußenminister wie Cem Özdemir, der quasi eine Antwort auf die Frage ist, ob Deutschland nur noch die AfD ist. Nein, Deutschland ist mehr. Ich glaube an dieses Bündnis und blicke optimistisch in die Zukunft.

Das geht gut los mit der AfD im Bundestag: Die Parteivorsitzende Frauke Petry will der AfD-Fraktion nicht angehören. Anzunehmen ist, dass sie nicht alleine damit bleibt. Etliche Abgeordnete der AfD könnten Petry folgen und eine eigene Fraktion bilden. Grund dafür waren die Differenzen zwischen Petry und dem Lager um Gauland, Weidel und Höcke.

Ostdeutschland ist für viele Menschen eine No-Go-Area

Der Osten dieses Landes ist für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte das, was der Süden in den Vereinigten Staaten für Schwarze ist. Die AfD ist teilweise stärkste Kraft geworden. Ja, das Parlament ist Abbild der Gesellschaft.

Mehr zum Thema: Chatprotokolle sollen belegen: Frauke Petry plante Abspaltung von der AfD seit Monaten

Brennende Flüchtlingsheime, Jagd auf Migranten und rechtsextreme Radikalisierung sind eben auch ein Klintel, das nun Platz hat im Deutschen Bundestag. Wir wachen in einem neuen Deutschland auf. Und wir nehmen spätestens jetzt zur Kenntnis, dass der Frieden nicht selbstverständlich ist.

Der Politik ist es seit dem Fall der Mauer nicht gelungen, den Westen und den Osten wirklich zu vereinen. Für viele Menschen ist Ostdeutschland eine No-Go-Area. An der Integration der Bürgerinnen und Bürger im Osten müssen wir alle gemeinsam arbeiten.

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