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Mehr Fairness wagen

17/03/2016 10:49 CET | Aktualisiert 18/03/2017 10:12 CET
Matt Cardy via Getty Images

Sie können Hass auf Menschen haben, die aus anderen Kulturen kommen, dann sind Sie eben ein Faschist. Wenn Sie aber ernsthaft glauben, dass wir uns wirklich abschotten können, dann sind Sie auch noch dumm. Wenn Sie dann noch meinen, das Schicksal der Flüchtlinge gehe uns nichts an, dann sind Sie auch noch ein dummes Arschloch, der als erster die europäischen und christlichen Werte mit Füßen tritt.

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Faschist, dumm und ein Arschloch: Das scheint zurzeit Konjunktur zu haben, wenn wir auf die letzten Ergebnisse der AfD schauen.

Endliche Ressourcen - Steigende Standards

Drei ganze Planeten bräuchten wir, wenn wir den Erwartungen entsprechend bis 2050 fast 10 Milliarden Menschen geworden sind. 40% aller Ressourcen brauchen die Chinesen mindestens, um ihren Standard zu halten.

Sie haben bereits über 1,4 Milliarden Einwohner. Indien ist auf der Überholspur: Mit etwas über einer Milliarde Bevölkerung und dem wirtschaftlichen Wachstum werden auch sie 40% der Ressourcen in Anspruch nehmen. Die sogenannten G7 Staaten brauchen, um ihren Standard zu halten, immer noch mindestens 40% der Rohstoffe.

Und wer jetzt aufgepasst hat: Eine Torte kann man nicht drei Mal durch 40% teilen. Unterm Strich bedeutet das, dass es jedenfalls knapp wird. Wir waren noch gar nicht bei den restlichen 5 Milliarden Menschen. Auch nicht bei den 24 EU Staaten, die nicht Mitglied im G7 Zirkel sind und ebenfalls in eine missliche Zukunft blicken.

Steigende Weltbevölkerung, keine Abstriche in Sicht und unglaublicher Ressourcenverbrauch. Das sind gewaltige Herausforderungen, die auf uns zu kommen.

Wenn wir schon keine Abstriche machen, müssen wir in Bildung und Forschung investieren, um mit den verfügbaren Ressourcen sinnvoller umzugehen. Wir können nicht immer mehr werden, mehr verbrauchen und so tun, als hätten die Armen dann einfach nur Pech und wir Glück gehabt.

Afrika - Ein riesen Flüchtlingsboot

Den Menschen in Afrika ging es noch nie gut. Das wird sich auf absehbarer Zeit auch nicht ändern. Wir können das Leid der Menschen dort senken, dafür müssen wir ordentlich Geld in die Hand nehmen und investieren: Investitionen auf dem gesamten afrikanischen Kontinent.

200 Milliarden US Dollar genügen, um die Bewässerungssysteme flächendeckend zu errichten. Und somit können wir die Zahl der Hungertoten schlagartig halbieren. Das setzt Initiative und Bereitschaft zur humanitären Leistung voraus. So könnte man eine von vielen Fluchtursachen beseitigen. Es wäre ein Anfang.

Fairness lautet die Lösung

Mittelfristig können wir in der Tat Lösungen finden, ob auf der europäischen Ebene und in Kooperation mit den Staaten oder wie auch immer. Wir können auch Marokko und Algerien zu sogenannten sicheren Herkunftsländern erklären und alle Asylanträge aus diesen Ländern ablehnen und die Menschen ausweisen.

Das können wir alles machen. Langfristig werden wir das Elend der Menschen und die Flucht nur dann beenden können, wenn wir etwas mehr Fairness wagen. Der afrikanische Kontinent wurde von Europa Jahrhunderte durch Errichtung von Kolonien ausgebeutet. Es wird Zeit, etwas zurück zu geben. Zumindest eine Chance hat Afrika verdient.

Das bringt auch Chancen für uns, denn steigt der Wohlstand in Afrika, so können wir auch in die Länder exportieren. Gegenwärtig können sie nicht einmal ein Fahrrad von uns kaufen. Möglicherweise ist es in wenigen Jahrzehnten ein deutsches Elektroauto, das wir nach Afrika exportieren können.

Wenn wir nichts tun, werden wir Flüchtlinge importieren. Wenn es eine internationale Fairness gibt, dann haben die Menschen auch kein Grund mehr, in andere Länder zu fliehen.

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