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Die Vielfalt in Einheit wird unsere Waffe gegen den Terror sein

Veröffentlicht: Aktualisiert:
LONDON
Neil Hall / Reuters
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Im Lichte des Anschlags auf die Londoner Moschee müssen wir uns die Frage stellen, ob die Stimmung gegenüber Muslime in eine gefährliche Richtung kippt.

Wie lassen sich die Spannungen zwischen Mitbürgern christlichen und muslimischen Glaubens am besten erklären?

Und wie vereinfacht kann die Vorstellung präsentiert werden, dass jede Form der inneren Konflikte der Gesellschaft insgesamt schaden, den Gegnern aber nützen?

Erreichen Terroristen am Ende etwa ihr Ziel, uns Europäer zu entzweien?

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, gehen wir ein Gedankenspiel durch.

Das Monster ist der Terrorismus

Sie sitzen vor dem Fernseher und schauen einen dieser Horrorfilme, in denen es um eine einsame Insel, eine Gruppe von Menschen und ein Monster geht.

Die Gruppe ist befreundet, aber unterschiedlich. Die Vielfalt ist ihre Stärke. Einer von ihnen ist vielleicht Techniker, der andere muskulös und wieder ein anderer ist unglaublich klug.

Das Monster ist der Terrorismus.

Es schlägt zu, es will die Gruppe beherrschen. Und dann kommt, was in jedem Horrorfilm kommen muss. Der Zuschauer denkt sich: "Seid nicht blöd, haltet zusammen, gemeinsam schafft ihr es, das Monster zu überwältigen!"

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Aber nein, wegen einer kleinen Meinungsverschiedenheit, einem kleinen Streit spaltet sich die Gruppe.

Das Monster hat es jetzt einfacher - zwei kleine Gruppen, die sich jetzt weniger verteidigen können. Das Monster siegt.

Meist bleibt ein dann ein Überlebender, um die Geschichte zu erzählen. Ganz so schlimm soll das Ende dann doch nicht werden.

Die Terroristen wollen, dass unsere Gesellschaft zerbricht

So oder so ähnlich lässt sich aus Vogelperspektive der Zustand unserer Gesellschaft erklären.

Anschläge von extremistischen Muslimen auf unschuldige christliche Mitbürger und Anschläge von extremistischen Christen auf unschuldige muslimische Mitbürger. So will das Monster Unruhe stiften.

Die Terroristen wollen genau dadurch siegen. Sie wollen, dass die Gesellschaft zerbricht, anstatt ihre Stärken zu bündeln und gemeinsam gegen sie vorzugehen.

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Sie wollen den Muslimen in Europa ihre Botschaft einreden: "Schaut, die Christen glauben, dass ihr sowieso alle Terroristen seid, macht doch gleich bei uns mit! Bei uns werdet ihr nicht ausgestoßen".

Die Stelle, an dem der Zuschauer den Kopf schüttelt und denkt, dass die Gruppe zusammenhalten muss, erreicht unsere Gesellschaft genau dann, wenn die Menschen sich nicht mehr trauen.

Wir müssen unser Drehbuch selbst in die Hand nehmen

Wen sie sich spalten und sich immer zurückziehen, statt in der Gruppe ihren Beitrag zu leisten.

In ganz Europa verüben die Terroristen Anschläge. Zuletzt hat es die Menschen in Großbritannien getroffen.

Sowohl Christen als auch Muslime, aber auch Atheisten, die mit Religion nichts anfangen können, sind Opfer terroristischer Angriffe geworden.

Je mehr Anschläge passieren, desto einheitlicher muss die Gesellschaft werden. Sie muss noch fester Hand in Hand gehen und deutlich machen, dass nichts die jahrzehntelange Freundschaft zwischen Nachbarn und Kollegen zerstören wird.

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Wir müssen das Drehbuch selbst in die Hand nehmen und unsere Geschichte so schreiben, dass das Monster zum Opfer wird und die Menschen weiter in Frieden leben.

Der Terror kann nur besiegt werden, wenn wir alle zusammen halten. Die Vielfalt in der Einheit wird die ganz große Waffe gegen den Terror sein.

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