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AfD-Politiker sind Rechtsradikale - nur mit Schlips und Kragen statt Glatze und Springerstiefel

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
AFD GAULAND WEIDEL
Wolfgang Rattay / Reuters
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Es ist Wahlkampf. Als Mitglied einer Partei, in meinem Fall ist es die CDU, besucht man Veranstaltungen, h├Ąngt Plakate seiner Kandidaten auf, pustet die Luftballons am Stand auf und verteilt Kugelschreiber f├╝r die Menschen, um auf das politische Angebot aufmerksam zu machen.

Und das Angebot ist ├╝berzeugend: Vollbesch├Ąftigung, keine neuen Schulden und f├╝r ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben. In Wahlk├Ąmpfen macht man vor allem auf das eigene Programm aufmerksam.

Der Unterschied ist nur, dass die AfD nun in Schlips und Kragen auftritt, statt mit Glatze und Springerstiefel

Welche Pl├Ąne hat man f├╝r die Zukunft, wohin soll sich Deutschland bewegen? Die CDU denkt Deutschland nur im europ├Ąischen Kontext. Nur ein friedliches Europa bedeutet auch Frieden im Inneren. Davon sind alle demokratischen Parteien soweit ├╝berzeugt. Bis auf die Linken und die AfD.

Die j├╝ngsten Enth├╝llungen ├╝ber eine Email von AfD Spitzenkandidatin Frau Alice Weidel lassen tief blicken. Darin soll sie geschrieben haben, dass "Marionetten" das Land regieren w├╝rden, im Sinne der "Siegerm├Ąchte". Ferner werden Regierende als "Schweine" bezeichnet. Argumente, die in der Szene der Reichsb├╝rger aufzufinden sind.

Deutschland w├Ąre nicht souver├Ąn, ein Spielplatz gro├čer M├Ąchte und Platz f├╝r gesellschaftliche Experimente. Argumente, die man sonst neben den Reichsb├╝rgern auch von der NPD geh├Ârt hat. Der Unterschied ist nur, dass die AfD nun in Schlips und Kragen auftritt, statt mit Glatze und Springerstiefel.

2017-09-07-1504786616-8796518-CopyofHuffPost4.pngInside AfD - Die Community f├╝r Kritiker der Rechtspopulisten

Man muss Faschist sein, um diese Partei w├Ąhlen zu k├Ânnen

Im Wahlkampf besch├Ąftigt man sich auch mit seinen Mitbewerbern. Man erkl├Ąrt den Menschen, warum das Programm der anderen Partei weniger gut ist, dass es sich beispielsweise nicht finanzieren l├Ąsst und dass neue Schulden unverantwortlich gegen├╝ber kommenden Generationen ist.

Im Falle der AfD geht es aber nicht um das bessere Programm, sondern um die Frage, wie stark die Faschisten im kommenden Bundestag sein werden. Von Bj├Ârn "Erinnerungskultur" H├Âcke, bis zu Alexander "der Entsorger" Gauland und Beatrix "ich rutsche auf der Maus aus" von Storch:

Ô×Ę Mehr zum Thema: Mimimi: Wie die AfD zur weinerlichsten Populisten-Partei Europas wurde

Die AfD ist l├Ąngst nicht mehr die Partei f├╝r den b├╝rgerlichen W├Ąhler, der den Eindruck hat, man m├╝sse die Etablierten wachr├╝tteln. Die AfD ist l├Ąngst kein Protest mehr. Sie ist eine Bewegung. Sie ist eine Bewegung von Rechtsradikalen. Und das muss man wissen, wenn man dieser Partei die Stimme geben will. Das Argument, man habe nichts gewusst, war schon vor 70 Jahren peinlich genug.

Am 24. September erfahren wir, wie viele wahlberechtigte Rechtsradikale in Deutschland leben. Die j├╝ngsten Enth├╝llungen ├╝ber die AfD entmachten jede Argumentation, man w├╝rde diese Partei aus Protest w├Ąhlen. Man w├Ąhlt den Faschismus nicht aus Protest. Man muss Faschist sein, um diese Partei w├Ąhlen zu k├Ânnen.

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