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Hilfe bei Haarausfall: Meso-Therapie, Haartransplantation und Co.

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HAIR LOSE
Bill Losh via Getty Images
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Bis zu 80 Prozent aller mitteleuropäischen Männer und 50 Prozent aller Frauen leiden unter Haarausfall. Sobald die ersten Anzeichen einer Glatze zu sehen sind, ist es mit der guten Laune meist vorbei. Mikroinjektionen mit hochdosierten Inhaltsstoffen, Eigenblut oder der Hightech-Haartransplantationsroboter können die Haarpracht retten.

Haarausfall: Kein reines Männerphänomen

Zwar plagt eher Männer als Frauen Haarausfall, ein reines Männerphänomen ist er aber nicht. Allein in Deutschland leiden Schätzungen zufolge rund 500.000 Frauen unter Haarverlust.

Wir verlieren rund 70 bis 100 Haare pro Tag, erst wenn es über einen längeren Zeitraum mehr werden, spricht man von krankhaftem Haarausfall. Verantwortlich für die häufigste Haarausfallart, dem genetisch bedingten Haarverlust - auch androgenetische Alopezie genannt -, ist das männliche Sexualhormon Testosteron beziehungsweise sein Abbauprodukt Dihydrotestosteron (DHT). Dieses sorgt dann für eine kürzere Wachstumsphase der Haare, bis die Follikel endgültig absterben und keine neuen Haare mehr gebildet werden.

Doch egal, welche Ursache der Haarverlust hat, die Folge ist meist die Gleiche: Geheimratsecken, Stirnglatze oder ein freier Fleck am Hinterkopf bei Männern und lichteres, dünneres Haar bei Frauen gefolgt vom kompletten Haarverlust.

Mesotherapie: Mikroinjektionen gegen den Haarverlust

Bei der Mesotherapie werden mit mikrofeinen Nadeln hochwirksame Wirkstoffe oder Vitamine in die Kopfhaut eingespritzt. Die wachstumsfördernden Substanzen gelangen somit genau dorthin, wo sie wirken sollen: an die Kopfhaut. Die Inhaltsstoffe werden für jeden Patienten individuell zusammengestellt, je nachdem, welche Haarprobleme ihn plagen.

Diese Therapieform stimuliert auch gleich bestimmte Akupunkturpunkte sowie natürliche Reflexzonen. Die Folge: Haarausfall wird gestoppt, das Wachstum neuer Haare gefördert und die Haarqualität verbessert. Sie eignet sich zur Behandlung von diffusem und androgenetischem Haarausfall bei Männern und Frauen und ist praktisch nebenwirkungsfrei.

Haartransplantationen: Eigenhaar gegen Haarverlust

Haartransplantationen sind längst nicht mehr verpönt: Spätestens seit sich Persönlichkeiten wie Wayne Rooney, Robbie Williams oder Jürgen Klopp offiziell zu ihren Haartransplantationen bekennen, ist diese eine Option für Betroffene. Es gibt zwei gängige Haartransplantationsmethoden: die FUE- und die FUT-Technik. Die Haare werden bei beiden Methoden am Hinterkopf zwischen den Ohren entnommen, da diese weniger empfindlich auf Hormone reagieren und vom Haarausfall meist unberührt bleiben - und das auch nach der Haartransplantation.

Bei beiden Methoden muss der Haarkranz vor der Entnahme der Haarfollikel auf eine Haarlänge von 1 mm kurz rasiert werden. Die FUT-Technik beruht auf der Entnahme der Haarwurzeln aus einem schmalen Hautstreifen, der am vom Hinterkopf gewonnen wird, mit Haarwurzelvereinzelung. Bei der FUE-Technik hingegen werden einzelnen Haarwurzeln mithilfe dünner Hohlnadeln direkt aus der Kopfhaut entnommen. Anschließend werden die gewonnenen Haare in die gewünschte Empfängerregion eingesetzt und wachsen dort ein.

Hightech-Roboter zaubert schöne Mähne

Die FUE-Methode kann mittlerweile auch mithilfe eines Hightech-Robotersystems erfolgen. Dieses System hat den Vorteil, dass die Haare höchst präzise und automatisiert entnommen werden. Der Roboter überprüft die Qualität der einzelnen Haare und entnimmt nur die besten.

Er entnimmt auch nur so viele Haare, wie benötigt werden, um die verlorene Haarpracht wiederherzustellen. Dieses innovative Verfahren ist in den USA bereits weiter verbreitet als bei uns in Deutschland. Hier gibt es nur wenige Spezialisten, die den Haar-Roboter in ihrer Praxis stehen haben.

Experten aufsuchen und Mähne retten

Bei den ersten Anzeichen von Haarausfall sollten Betroffene zu einem Experten gehen. Denn rechtzeitig erkannt kann der Haarverlust meist gestoppt werden. Vorsicht ist bei Anbietern gefragt, die nur eine Haartransplantationstechnik anbieten. Ein erfahrener Chirurg sollte alle Methoden beherrschen und die beste für seinen Patienten aussuchen. Wer sich nicht sicher ist, sollte noch eine Zweitmeinung einholen. Ist der richtige Arzt einmal gefunden, steht der Traummähne meist nichts mehr im Wege.

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