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Eine "offene Tür" für Alltagsintegration

22/07/2017 16:04 CEST | Aktualisiert 22/07/2017 16:04 CEST
Hannibal Hanschke / Reuters

Alltagsintegration braucht Offenheit und Vertrauen sowohl mit sich selbst, als auch das Vertrauen von gegenüber. Die offen stehende Integration erfolgt wenig, wenn nur eine Tür von den Migranten und den Einheimischen geöffnet ist und die andere geschlossen bleibt.

Es ist keine Alltagsintegration, wenn die Angesessenen für die Not im Ausland (durch Spenden) hilfsbereit sind, aber für ihre Nachbarn mit Migrationshintergrund einen Abstand halten.

Dagegen ist es ebenfalls erfolgslos, wenn Migranten sich in ihrem Schneckenhaus isolieren, weil ihre Umgebung ihnen alles besorgt und sie bequem macht, beispielweise Klein-Istanbul oder Klein-Afrika, und sie ignorieren eine andere Lebensform - z.B. die Lebensform der Aufnahmegesellschaft. Sie stecken obendrein in einer Parallelgesellschaft und brauchen sich nicht zu bemühen, um davon herauszukommen.

Ein gutes Zusammenleben und miteinander leben unter Migranten führen auch zur Alltagsintegration. Eine ausgesprochene Bürgerinitiative stärkt ein multikulturelles Stadtviertel, zum Beispiel durch diverse Aktivitätsangeboten für Jugendliche, Erwachsenen bis zu den Senioren beides Geschlechtes und unterschiedlicher Herkunft.

Solche Stadtviertel sind in Deutschland weitverbreitet. Hier spielen die Begegnungen zwischen der Mehrheits- und der Minderheitsgesellschaft und unter den Minderheitsgesellschaften selbst eine wesentliche Rolle zur Alltagsintegration.

Die Integration ist durch Globalisierung dynamisch, denn die Globalisierung bedeutet auch eine Mobilität zwischen den Ländern, und sie ist unvermeidlich. Die Mobilität bildet zwei Gesichter. Einerseits sind eine zunehmende Modernisierung und mehr Dienstleistung.

Dies profitiert eher die Gesellschaft mit stabiler Wirtschaft. Das andere Gesicht ist die Randgruppe, zu der viele Migranten gehören.

Für die Randgesellschaft führt die Globalisierung zur Exklusion und Isolierung, wie Bildungsmangel, Arbeitslosigkeit und Leben von der Sozialhilfe. Die Probleme geben Effekt auf die soziale Intention von einer geringen Integration bis zur Desintegration.

Mittlerweile sind wir mit Döner Kebab und Pizza vertraut. Sie sind heute kein Exote mehr. Überall in Deutschland sprechen Leute mit anderer Hautfarbe ohne Lederhose und Maßkrug perfekt Deutsch, und dieses Erscheinungsbild ist heute nicht ungewöhnlich.

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Eine solche Selbstverständlichkeit öffnet die Tür zur Alltagsintegration. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Homogenität in einer Gesellschaft verlangt wird. Unterschiedliches Essen, Hautfarbe, Bekleidung, Gewohnheit, Religion sollen weiterhin bleiben. Das ist gut so. Dennoch funktioniert die Alltagsintegration, wenn gleiches Respekt und gleiche Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft stattfinden.

Gibt es eine „Chance-Integration" sowohl bei den Migranten als auch der Aufnahmegesellschaft? Vielleicht bräuchte man, sich mit dem Anderssein einfach kennenzulernen - wie ein kleines Kind, ohne hinter Gedanken zu haben.

Kann eine positive Alltagsintegration die schönste Teilhabe der unterschiedlichen Akteure in der Gesellschaft sein? Ja! Denn die Alltagsintegration erfolgt durch Offenheit und Dialog zwischen den Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Theoretisch. Praktiziert man das gerne? Die Antwort fällt auf einen selbst zurück.

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