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Artikelreihe: Facetten einer Alltagsintegration

Veröffentlicht: Aktualisiert:
INTEGRATION GERMANY
Hannibal Hanschke / Reuters
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Es gibt Alltagsrassismus. Gibt es auch Alltagsintegration? Ist eine Integration im Alltag selbstverständlich? Wie funktioniert die Integration im Alltag? Gibt es einen richtigen Zeitpunkt, sich zu integrieren? Wie lange gelingt eine Integration in Deutschland? Nach ein paar Jahren oder nach ein paar Generationen hier gelebt?

Bei welcher Herkunft und welcher Religion ist eine Integration gelungen oder nicht bzw. für wen ist die Integration? Braucht es bei den bestimmten Ethnien oder Glaubensrichtungen ein Integrationsplus, also eine Integration mit deutschen Grundwerten und deutscher Leitkultur? Wird eine Alltagsintegration gleich bewertet wie ein Alltagsrassismus? Wer bestimmt wen und wann, dass man sich integriert und welche Integration?

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Bildung, Arbeit, Wohnung sind die strukturellen Dimensionen, die zur Integration führen. Meier-Braun (2015) ist der Meinung, dass neben der strukturellen die kulturelle und soziale Dimension die Integration ebenfalls beeinflussen. Die letzten beiden Dimensionen sind im Alltag mehr präsent. Die eigene Kultur und Normen der Migranten*, wie Sprache und Gewohnheiten werden mit denen von der Mehrheitsgesellschaft konfrontiert. Integration ist ein Prozess. Es kann lebenslang sein. Besonders ist es, wenn Gesellschaftssystem, Mentalität, Kultur, Sprache und Religion anders als im Herkunftsland sind.

Alltagsintegration wie der Name schon sagt, erfährt man im täglichen Leben. Integration ist deshalb weder eine gelegentliche ausländische Kulturveranstaltung, noch ein gefordertes westorientiertes Muster, noch ein christlich geprägtes Leben. Ein Alltagsleben nach eigener kulturellen Identität durchzuführen, wie eine Heimatmusik zu hören oder ein orientalisches Essen zu kochen, dennoch soweit die Normen der Mehrheitsgesellschaft zu respektieren, ist auch Integration. Ebenfalls gehört die Anerkennung der Gleichwertigkeit zwischen Frauen und Männern hierzulande, die in vielen Ländern vielleicht noch fremd ist, zur Integration. Es gibt viele Facetten beim Integrationsprozess im Alltag.

Die nächsten Artikel sind die Artikelreihe über die Facetten einer Alltagsintegration. Die Autorin zeigt den Konflikt zwischen Alltagsintegration und Alltagsrassismus und die Bewertung der Alltagsintegration. Außerdem äußert sie ihre Meinung, wie Alltagsintegration funktionieren kann. Die Texte basieren auf ihrem subjektiven Blick über Integration durch ihre Alltagserfahrungen.

*Das von der Autorin ausgewählte Wort „Migranten" hängt nicht mit einer Begriffsbestimmung zusammen. Der Einfachheit halber bedeutet das Wort in diesem Text sowohl für Menschen, die aus einem Land in einem anderen umgesiedelt sind, als auch für Menschen mit Migrationshintergrund, deren Eltern oder Großeltern Migranten sind. Im Text werden außerdem nur männliche Formen verwendet. Frauen werden selbstverständlich eingeschlossen.

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