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Liebe Telefonierer: Ihr stört immer

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KristinaJovanovic via Getty Images
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Ihr kennt das doch. Ihr sitzt im Büro, im Cafe, an eurem "Arbeitsplatz" oder in der Bahn und lest etwas. Etwas, was euch geistig fordert. Eine komplizierte Abhandlung, einen wissenschaftlichen Text, eine mathematische Formel oder Fachliteratur zu einem Thema, zu dem ihr euch schlau machen solltet.

Oder ihr sitzt über einem Programmcode, der nicht so recht "will", der einen bösen Bug hat oder schlicht nicht funktioniert und ihr wisst nicht warum.

Ihr grübelt an einem Problem, versucht gerade mit komplett unkonventionellen Methoden ein Problem zu lösen und seid geistig komplett vereinnahmt.

*RING RING RING KLINGELING BLING DING RING*

Sofort wird weggedrückt.
20 Sekunden später...

*RING RING RING KLINGELING BLING DING RING*

Ihr hebt ab:
"Oh mann, was ist denn?"
- "Ja hallo, blabla spricht. Hast du kurz Zeit?"
- "Nein, ich mach grad [irgendwas wichtiges]"
- "Es dauert nur ganz kurz"
...

Nach 15 Minuten könnt ihr auflegen. So läuft das IMMER ab.
Liebe Telefonierer und die, die es trotz 2016 vielleicht noch werden wollen. Ihr müsst jetzt stark sein:

Ihr stört. IMMER.

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Es gibt keine Situation, in der ein Anrufer genau zum richtigen Zeitpunkt anruft, keine. Ihr werdet IMMER stören. Ihr werdet immer genau dann anrufen, wenn man gerade etwas anderes machen möchte.

Ihr könnt ja nichts dafür. Ihr seid nicht da. Ihr wisst nicht, was ich mache und ihr könnt nicht sehen, wie konzentriert ich bis zu eurem Anruf an etwas gearbeitet habe.
Ihr seid Egoisten.

Nur weil IHR jetzt gerade Zeit habt, mich mit euren Belanglosigkeiten zu belästigen, heißt das nicht, dass ICH just in diesem Moment auch einen Zeitschlitz für euch reserviert habe. Habe ich ziemlich sicher nicht.

Indem ihr mich anruft...
... zwängt ihr mir eure Arbeitsweise auf.
... verlangt ihr von mir genau JETZT 100% meiner Aufmerksamkeit.
... reißt ihr mich aus meiner Arbeit, nur um eure zu machen.

Ich hasse euch.

Kommt im 21. Jahrhundert an. Vergesst meine Telefonnummer. Schreibt mir eine Mail. Eine Instant Message. Schickt mir eine Brieftaube oder einen berittenen Boten oder eine Flaschenpost.

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Das sind alles Sachen, die bei mir dann in einer "Inbox" landen und die ich mir dann nach meinem eigenen Tempo und meiner Priorisierung abarbeiten kann. Ganz ohne mich "aus dem Tunnel" zu reißen und ohne, dass ihr noch mehr Arschloch-Karma abbekommt.

Anrufen kann man mich, wenn es eine Notsituation gibt.

Eine Frage zu stellen, auf die ich vielleicht ad-hoc sowieso keine Antwort geben kann, ist keine Notsituation. Niemand stirbt, nichts brennt und niemand wird gerade mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus gebracht.

Think before you dial.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf medium.

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