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Bildungsstrategien in der digitalen Welt: Wie wir in Zukunft lernen werden

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Die Umbrüche im Arbeitsleben und die technologischen Fortschritte verlangen eine neue Herangehensweise, wie wir Bildung planen und konsumieren. Das bedeutet nicht, dass das gegenwärtige Bildungssystem zerbrochen ist, es ist in seiner gegenwärtigen Form nur nicht mehr zeitgemäß.

Erfasst man die Änderungen der Wirtschaft und Gesellschaft und spiegelt diese mit den heute schon erkennbaren Lerntechnologien, so könnten die kommenden Generationen an Schülern und Studenten auf die Frage, wie sich ihre Lernbiographie darstellt, wie folgt antworten:

„Schon in der Schule machen wir erste Erfahrungen mit virtuellem Lernen. Mathematikbeispiele, naturwissenschaftliche Experimente und Dokumentationen etwa werden wir nicht nur anhand von Schulbüchern, sondern auch durch virtuelle Inhalte und Formate erlernen. Diese virtuellen Lerninhalte können wir abrufen, wo und wann und sooft wir wollen. In der Schule selbst üben wir mit den Lehrern die Anwendung dieser Einheiten. Wenn wir Fragen haben, können wir unsere Lehrer, Mitschüler und andere Helfer auch virtuell um Hilfe bitten. Bei Motivationsproblemen wenden wir uns an die „Granny Cloud".

Dort helfen uns erfahrene Erwachsene, mit Stress und Problemen umzugehen und ermuntern uns immer wieder. Schon in der Schule fangen wir an, unsere eigene Lernsoftware und Apps zu entwickeln, die spezifisch auf unsere Wünsche abgestimmt sind. Wir lernen auch, unsere eigene Hardware zu bauen, die wir schrittweise erweitern und ausbauen können. Wir sind in der Lage, jeglichen Restriktionen im virtuellen Raum durch eigene Lösungen zu begegnen, und fangen an, unseren Freundeskreis auch virtuell aufzubauen und zu pflegen.

Indem wir schon frühzeitig unsere Interessen im Netz verfolgen, haben wir die Möglichkeit unmittelbar nach der Schule bereits an konkreten Projekten und Ideen mitzuarbeiten. Einige von uns nehmen sich die Zeit und studieren zunächst einige Schwerpunktinhalte an der Hochschule. Diese bietet eigene Kurse an, aber vor allem kann man hier Zugriff auf ein weltweites Bildungsnetz haben. Die Hochschule vergibt für diese und eigene Kurse ein Zertifikat.

Die Personalchefs von Unternehmen sind besonders erpicht darauf, Zertifikate von besonders wichtigen Lernprogrammen in den Bewerbungen zu finden. Es gibt für bestimmte Fächer weltweit oft nur 3-4 relevante Anbieter, die man nutzen sollte. Manche Hochschulen bieten Begleitkurse an, damit man diese virtuellen Zertifikate erhalten kann.

Manche von uns nehmen sich keine besondere Zeit für das Studium fangen sofort an zu arbeiten und rufen sich Lehrgänge und Inhalte je nach Bedarf ab. Viele Projekte, an denen wir arbeiten, sind ja nicht exklusiv, sondern beurteilen jemanden ex-post nach seiner Leistung. Um diese Leistung zu erzielen, muss man bestimmte Kurse absolvieren; ein Zertifikat ist nicht unbedingt notwendig.

Die Anerkennung des Einzelnen erfolgt vor allem über das Feedback seiner Kollegen im Netz, Zeugnisse werden demgegenüber weniger relevant. Die meisten Lerninhalte werden wir aber nicht von Hochschulplattformen abrufen. Viele Issues werden auch von freien Produzenten im Netz behandelt und die Lösungen können umsonst konsumiert werden.

Am wichtigsten ist aber das jeweilige Netzwerk mit Freunden und Kollegen, welches seit der Schule mitgewachsen ist, und das bei Fragen und Problemen helfen kann. In regelmäßigen Abständen besucht man einen Coach, der einem hilft, die nächsten Schritte in Arbeit und Bildung zu planen."

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