NACHRICHTEN
10/12/2017 14:22 CET | Aktualisiert 10/12/2017 14:36 CET

Erst angezündet, jetzt tot gefahren: Das traurige Schicksal eines Münchner Obdachlosen

Michaela Rehle / Reuters
Erst angezündet, jetzt tot gefahren: Das schlimme Schicksal eines Münchner Obdachlosen

  • Ein Münchner Obdachloser ist von einem Bus überfahren worden

  • Wenige Wochen zuvor hatten zwei Männer versucht, ihn anzuzünden

Erst angezündet, jetzt tot gefahren: Das Schicksal eines Obdachlosen bewegt die Stadt München.

Vor fünf Wochen hatten zwei Italiener versucht, den auf einer Bank schlafenden Obdachlosen Uwe W. im Hauptbahnhof anzuzünden. Zuerst hatten sie den Mann fotografiert, Selfies mit ihm gemacht und schließlich mit einer brennenden Zigarette das Feuer gelegt. Passanten schoben damals brennende Tüten weg und verhinderten noch Schlimmeres.

Nun ist Uwe W. tot. Er geriet am Donnerstag unter den An­hänger eines Linien-Busses und starb noch am Unfallort. So berichtet es "Merkur.de".

Münchner versuchten noch, ihn zu retten – vergeblich

Mittags hatte der 51-Jährige nach einer mehrtägigen Behandlung ein Krankenhaus im Stadtteil Neuhausen nüchtern verlassen. Um 17.45 Uhr sei er dann schwer betrunken durch die Stadt gelaufen.

Er stürzte, als er versuchte, in den Bus mit Anhänger einzusteigen, der an einer roten Ampel stand und genau in dem Moment losfuhr. Offenbar geriet er in den Spalt zwischen Bus-Heck und Anhänger, wurde überrollt und unter der Achse eingeklemmt.

Vom Weihnachtsmarkt gegenüber, aus den Geschäften, Lokalen und dem Krankenhaus kamen Menschen, die dem Mann helfen wollten. Laut Feuerwehr gelang es ihnen zwar, den Anhänger anzuheben und Uwe W. herauszuziehen. Zwei zufällig anwesende Krankenschwestern, die im Bus gesessen hatten, versuchten dann erfolglos, ihn zu reanimieren.

Die jungen Männer, die Uwe W. am Hauptbahnhof anzünden wollten, sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.

(chr)

Gesponsert von Knappschaft