POLITIK
08/12/2017 06:29 CET

Deutlich mehr Flüchtlinge wollen mit gefälschten Pässen von Griechenland in andere EU-Staaten reisen

Ralph Orlowski / Reuters
Der Pass eines Flüchtlings wird unter Schwarzlicht geprüft

  • Laut einem Medienbericht versuchen deutlich mehr Flüchtlinge, Griechenland mit gefälschten Pässen zu verlassen

  • Ihr Ziel seien andere EU-Länder, darunter Deutschland

Flüchtlinge, die in Griechenland festsitzen, versuchen laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung vom Freitag verstärkt, das Land mit der Hilfe gefälschter Pässe zu verlassen. Die Zeitung beruft sich auf einen Bericht der EU-Polizeibehörde Europol und der EU-Grenzschutzagentur Frontex.

Der Anstieg der Fälle, in denen Menschen mit falschen Papieren per Flugzeug in andere EU-Staaten gelangen wollten, sei "bedeutend". Im ersten Quartal des Jahres seien es noch 429 gewesen, im zweiten 729. Ob diese Entwicklung ein länger anhaltender Trend ist oder nur eine Schwankung zwischen den beiden Quartalen, geht aus der Vorabmeldung der "Bild"-Zeitung nicht hervor.

Auch deutsche Pässe gefälscht

Die meisten falschen Papiere wurden dem Bericht nach bei Syrern, Afghanen, Iranern, Türken, Albanern und Eritreern entdeckt. Syrer, so meldet "Bild", würden vor allem gefälschte griechische, italienische, deutsche und syrische Papiere verwenden. Afghanen seien vor allem mit falschen französischen oder koreanischen Dokumenten aufgefallen.

Beliebte Ziele seien Deutschland, die Schweiz, Italien, die Niederlande und Belgien.

Flüchtlinge in Griechenland haben wenig Möglichkeiten, das Lan dzu verlassen

Die Versorgung der Flüchtlinge in Griechenland gilt als schlecht. Wegen der geographischen Lage des Landes an der EU-Außengrenze kommen dort - neben Italien - besonders viele Menschen an. Seit die sogenannte Balkanroute geschlossen ist, gibt es für Flüchtlinge in Griechenland kaum noch Möglichkeiten, weiter nach Norden zu gelangen.

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind seit Jahresbeginn bisher 166.250 Flüchtlinge und Migranten über die Mittelmeerrouten in die EU-Staaten Zypern, Griechenland, Italien und Spanien gelangt sein. Mehr als 3000 Menschen seien nach UNCHR-Schätzungen dabei ums Leben gekommen.

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(lp)

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