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07/12/2017 12:36 CET

Frau ist mit einem Rassisten verlobt und sucht Rat im Internet - doch das geht nach hinten los

photominus via Getty Images
Frau ist mit einem Rassisten verlobt und sucht Rat im Internet - doch das geht nach hinten los

  • Eine Amerikanerin wollte sich Rat von einer Kolumnistin holen

  • Ihr Verlobter ist Rassist, aber soll sie deshalb mit ihm Schluss machen?

  • Auf Twitter wurde der Brief der Frau anschließend zerpflückt

“Mein Verlobter ist ein ganz toller Mann, ABER” – wenn jemand einen Satz so anfängt, will man den Rest lieber gar nicht hören.

Die amerikanische Kolumnistin Carolyn Hax hat sich dennoch die Zeit genommen, sich mit dem Brief einer Leserin zu befassen, die sie dringend um einen Rat für ihre Beziehung bittet. Das Problem der Verlobten: Ihr Zukünftiger ist ein Rassist.

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Allerdings beschränke sich sein Rassismus nur auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe, erklärt die Autorin des Leserbriefes. Es handle sich also “nur um eine Kleinigkeit”, schließlich habe jeder gewisse Vorurteile. Solle sie also wirklich nur deshalb mit ihm Schluss machen?

”Was soll daran trivial sein?”

Ja, und zwar so schnell wie möglich, meint Hax, die für die US-Tageszeitung "Mercury News" arbeitet. Denn für die Kolumnistin ist der Rassismus des Mannes, der ausgerechnet Polizist ist, keineswegs eine Kleinigkeit. “Liebe Verlobte, was genau soll daran trivial sein, wenn jemand sich nur aufgrund seiner ethnischen Zugehörigkeit einer ganzen Bevölkerungsgruppe überlegen fühlt?” fragt sie.

“Kann es sein, dass es dir nur deswegen so trivial vorkommt, weil es dich nicht persönlich betrifft?” will sie weiter wissen. Wie würde sich wohl ein Nicht-Weißer fühlen, der schon mehrmals ohne ersichtlichen Grund von Polizisten wie dem Verlobten angehalten und befragt wurde, fragt sie. Würde derjenige es auch für eine Kleinigkeit halten?

“Es stimmt, wir alle haben Vorurteile”, räumt sie ein, “doch ein anständiger Mensch hinterfragt diese und tut sein bestes, um sich nicht davon lenken zu lassen.”

Twitter reagiert mit Spott und Empörung

Nicht nur die Kolumnistin war fassungslos angesichts dieses Leserbriefs. Auch auf Twitter erntete die Frau Spott und Häme. “Und dann ist der Mann auch noch Polizist!”, empört sich ein User. “Als ob das eine Kleinigkeit wäre.”

Viele machen sich über die Autorin des Briefes lustig: "Soll ich mit ihm Schluss machen oder sind die Leben von Schwarzen nichts wert” scherzt einer. “Ich bin mit einem Ku-Klux-Klan-Mitglied verlobt – bin ich trotzdem ein guter Mensch?” fragt ein anderer ironisch. Und einer meint: "Er hat Ebola und jongliert gerne Babies überm Feuer, aber ansonsten ist er ein toller Typ."

“Tolle Antwort von der Kolumnistin”, findet eine andere Userin. Die Kolumne sei im Grunde genommen ein ausführliches "Willst du mich eigentlich verarschen".

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(ks)