POLITIK
07/12/2017 14:33 CET | Aktualisiert 07/12/2017 22:24 CET

Nach Trumps Jerusalem-Alleingang: Im Gaza-Streifen fallen wieder Schüsse

Mohamad Torokman / Reuters
Nach Trumps Jerusalem-Alleingang: Palästinenser bei Kämpfen mit israelischen Soldaten verletzt

  • Zwischen Palästinensern und Israelis ist es im Westjordanland und im Gazastreifen zu Gefechten gekommen

  • Die radikalislamische Hamas hatte zuvor zum Kampf gegen Israel aufgerufen

  • Auslöser der neuerlichen Spannung ist Donald Trumps Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen

Viele hatten es befürchtet. Nun sind erneut blutige Auseinandersetzung zwischen Israelis und Palästinensern ausgebrochen.

Hunderte von Palästinensern haben sich am Donnerstag im Westjordanland und Gazastreifen Konfrontationen mit israelischen Soldaten geliefert. Dabei wurden mindestens ein Dutzend Palästinenser verletzt, wie das palästinensische Gesundheitsministerium mitteilte.

Vier seien bei Ramallah und fünf nahe Bethlehem von Geschossen mit Hartgummimantel getroffen worden.

Die Armee habe auch Tränengas eingesetzt. Eine israelische Armeesprecherin sagte, auch in Hebron sei es zu Auseinandersetzungen gekommen. Nach Medienberichten warfen die Demonstranten Steine auf israelische Soldaten und setzten Autoreifen in Brand.

Aufnahmen des US-Senders CNN zeigen Kampfszenen.

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch in einem historischen Alleingang Jerusalem als israelische Hauptstadt anerkannt. Die Palästinenser reagierten empört, Israel dagegen euphorisch auf die Entscheidung. Ismail Hanija, Chef der radikal-islamischen Hamas, hat zu einem neuen Palästinenseraufstand aufgerufen.

Am Rande des Gazastreifens hätten Dutzende Palästinenser an gewaltsamen Ausschreitungen teilgenommen, teilte das israelische Militär mit. "Sie haben brennende Reifen in Richtung der Soldaten und des Sicherheitszauns gerollt und Steine geworfen", sagte eine Armeesprecherin in Tel Aviv.

Kein Soldat sei verletzt worden. Während der Konfrontationen hätten Sicherheitskräfte Hauptbeteiligte unter den Palästinensern vergeblich dazu aufgerufen, aufzuhören.

Soldaten hätten zunächst Warnschüsse in die Luft abgegeben und dann auf zentrale Anstifter geschossen, als diese sich weiter näherten. Einige seien getroffen worden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden mindestens drei Palästinenser verletzt.

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