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05/12/2017 23:04 CET | Aktualisiert 06/12/2017 08:37 CET

"Leute sind durch den Zug geflogen": Opfer schildern den Moment des Aufpralls beim Zugunglück in NRW

  • In Nordrhein-Westfalen ist am Dienstagabend ein Personenzug in einen Güterzug geprallt

  • Augenzeugen berichten von den dramatischen Szenen nach dem Zusammenstoß

  • Im Video oben seht ihr erste Aufnahmen der Unglücksstelle

Die Reisenden eines Zugs des britischen Unternehmens National Express haben dramatischen Szenen erlebt. Am Dienstagabend krachte ihr Zug bei Neuss in Nordrhein-Westfalen in einen stehenden Güterzug. Warum der Zug dort stand, ist noch unklar.

"Mein Freund hat mich angerufen und hat erzählt, dass es einen riesigen Aufprall gab", erzählt eine junge Frau einem RTL-Reporter. Ihr Freund saß in dem verunglückten Personenzug.

Er habe ihr am Telefon erzählt: "Die Lichter im Zug sind ausgegangen, Leute sind durch den Zug geflogen." Er haben von vielen Verletzten gesprochen.

Viele Menschen hatten sich offenbar schon vorne an den Türen versammelt

Die "Rheinische Post" zitiert einen Fahrgast, der in dem Personenzug saß. Der Zug habe eine plötzliche Vollbremsung vollzogen, schildert der Augenzeuge.

Beim Aufprall sei er auf andere Passagiere geschleudert worden. In seinem unmittelbaren Umfeld soll der Zusammenstoß für die meisten Fahrgäste glimpflich verlaufen sein, sagte der Mann der "Rheinischen Post".

Im vorderen Zugteil hätten sich jedoch schon etliche Fahrgäste an den Türen versammelt. Die Unfall geschah in der Nähe des Bahnhofs Meerbusch-Osterath.

Ein weiterer Reisender schildert gegenüber der "Rheinischen Post" den Moment des Aufpralls: "Ich hörte plötzlich einen heftigen Knall, es wurde dunkel und ich wurde durch das Abteil geschleudert".

Über den zunächst schleppenden Rettungseinsatz sagte er: ""Wir mussten lange auf unsere Bergung warten. Ich denke, dass ich mir die Schulter und ein paar Rippen gebrochen habe." Die Einsatzkräfte konnten die Personen im Zug zunächst nur schwer erreichen, beim Zusammenstoß war eine Oberleitung heruntergerissen worden.

Lokführer forderte Menschen auf, nach hinten zu rennen

Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung habe der Lokführer den stehenden Güterzug gesehen und daraufhin den Führerstand verlassen, um die Reisenden zu warnen. Er habe die Menschen aufgefordert, in den hinteren Zugteil zu rennen.

Für die meisten Reisenden scheint der Unfall glimpflich verlaufen zu sein. Die Bundespolizei sprach zunächst von 50 Verletzten. Mittlerweile teilte die Feuerwehr, drei Personen seien mittel und drei schwer verletzt. 41 weitere Menschen sein lediglich leicht verletzt.

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(jg)

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