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05/12/2017 19:40 CET | Aktualisiert 06/12/2017 07:31 CET

Russlands Athleten dürfen an Olympia teilnehmen - allerdings unter neutraler Flagge

dpa
EIL: Russlands Athleten dürfen an Olympia teilnehmen - allerdings nicht unter eigener Flagge

  • Der IOC hat gegen Russland keinen kompletten Ausschluss für die Winterspiele verhängt

  • Russische Athleten dürfen antreten - allerdings unter neutraler Flagge

Allen Betrügereien zum Trotz ist Russland ein historischer Komplett-Ausschluss für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang erspart geblieben.

Stattdessen darf die Sport-Großmacht unbelastete Athleten unter neutraler Flagge in Südkorea an den Start schicken. Das entschied die 14-köpfige Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) unter Vorsitz von Präsident Thomas Bach am Dienstag.

Das IOC verzichtete damit 66 Tage vor dem Beginn der Spiele in Südkorea auf die Höchststrafe für Russland im Zuge des ungeheuerlichen Dopingskandals von Sotschi 2014.

In weiteren Maßnahmen wurde das Nationale Olympische Komitee Russlands (ROC) für die Winterspiele gesperrt. In Südkorea dürfen damit nur unbelastete russische Athleten "unter strikten Konditionen" teilnehmen. Sie werden unter olympischer Flagge starten.

"Es handelt sich um einen nie dagewesenen Angriff"

Der frühere russische Sportminister Witali Mutko, der aktuell Chef des russischen Fußball-Verbandes und WM-Organisationschef ist, wurde als eine Schlüsselfigur im Doping-Skandal für alle zukünftigen Olympischen Spiele ausgeschlossen. ROC-Präsident Alexander Schukow wurde zudem als IOC-Mitglied suspendiert.

Einen Komplett-Ausschluss - es wäre der erste in der 121-jährigen Geschichte der Olympischen Spiele wegen Doping-Verstößen gewesen - wird es jedoch nicht geben.

"Es handelt sich um einen nie dagewesenen Angriff auf die Integrität der Olympischen Spiele und des Sports. Diese Entscheidung soll einen Strich ziehen unter die verheerende Episode", sagte Bach auf einer Pressekonferenz am Abend. Russland wird vorgeworfen, ein mutmaßlich staatlich orchestriertes Dopingsystem betrieben zu haben.

Mithilfe des Geheimdienstes sollen zahlreiche Dopingproben von russischen Sportlern ausgetauscht worden sein. Das IOC hat bislang durch seine zwei Kommissionen 25 Sotschi-Teilnehmer lebenslang gesperrt und Russland elf Medaillen, darunter vier goldene aberkannt.

Trotz der erdrückenden Beweislage konnten sich Bach, der als Freund von Russlands Staatschef Wladimir Putin gilt, und seine Kollegen nicht zu einem Komplett-Ausschluss durchringen.

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(amr)

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