POLITIK
05/12/2017 12:49 CET | Aktualisiert 05/12/2017 12:59 CET

Berüchtigte Muslimin erklärt, warum ein Burkaverbot Millionen kosten kann

Michael Buholzer / Reuters
Nora Illi denkt, mit dem Burka-Verbot schneide sich der österreichische Staat ins eigene Fleisch. REUTERS/Michael Buholzer

  • Der österreichische TV-Sender oe24 hat die muslimische Aktivistin Nora Illi zum Interview getroffen

  • Darin vertritt sie unter anderem die These, dass der Steuerzahler das Burka-Verbot zu tragen hat

Das Burka-Verbot in Österreich: Für die Schweizer Aktivistin Nora Illi ist es Anlass, für ihre muslimischen "Schwestern" im Nachbarland einzustehen. Und das durch Provokation.

Die vollverschleiert auftretende Aktivistin ist wohl eine der bekanntesten Muslimas Europas. Bereits im November ist sie nach Wien gereist, um eine Demonstration gegen das Burka-Verbot anzuführen. Dort soll sie sich offen gegen das Gesetz ausgesprochen haben - und muss deshalb jetzt mit einem Einreiseverbot rechnen. Doch das hindert Illi nicht daran, weiterhin gegen das Verbot vorzugehen.

Im Interview mit dem österreichischen TV-Sender oe24 versuchte Illi jetzt, zu begründen, warum unter dem Burka-Verbot am Ende der Steuerzahler leidet.

"Der Staat sperrt Frauen ein"

Der österreichische Staat sperre muslimische Frauen ein, sagt sie. Und dazu wohl auch noch die Kinder, die an der Seite ihrer Mutter aufwachsen. "Sehen Sie nur schon dieses Konfliktpotenzial an, wenn ein Kind aufgrund dieses Nikab-Verbots gezwungen ist, seine ersten fünf Lebensjahre mit der Mutter mehr oder weniger zuhause zu verbringen."

Der Nikab sei eine Kultushandlung, von der Religionsfreiheit geschützt, sagt Illi. Wenn sich eine Frau dafür entscheidet, könne man nicht von ihr fordern, es einfach auszuziehen. Ihre Schlussfolgerung: Der Staat und die Gesellschaft sperre muslimische Frauen und Kinder damit ein.

"Wir müssen die Konsequenz tragen, dass unsere Kinder nicht sozialisiert sind, von der Gesellschaft ausgeschlossen sind", sagt Illi. Den Schleier für das Kindeswohl abzulegen, findet die Aktivistin eher schwierig: "Das genau ist ja der springende Punkt. Wir haben keine Möglichkeit mehr, frei zu entscheiden."

"Dann muss das Volk auch die Konsequenzen tragen"

Und das beeinträchtigt laut Illi nicht nur ihre Glaubensschwestern in Österreich, sondern auch den Staat. Wenn Frauen "zuhause eingesperrt" werden, können sie schließlich auch nicht arbeiten gehen.

"Dann kann man natürlich auch wieder den Steuerzahler zu Kasse bitten, weil alle Frauen und Familien dann nicht mehr arbeiten können und dann vom Sozialgeld abhängig sind. Der Steuerzahler wird sich freuen."

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Und trotzdem scheint es dem österreichischen Volk nach Illis Ansicht recht zu geschehen: "Wir leben in einer Demokratie, das Volk hat auch das Recht, 'Nein' zu sagen."

Am ersten Oktober diesen Jahres hat die vom Volk gewählte Regierung jedoch das Burka-Verbot eingeführt. Dann müsse es auch die Konsequenzen tragen, findet Illi.

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(ame)

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