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05/12/2017 15:06 CET | Aktualisiert 05/12/2017 17:52 CET

"Eine Millionen Erzfeinde": Mode-Ikone Karl Lagerfeld legt mit Kritik an Merkels Flüchtlingspolitik nach

  • In einem aktuellen Interview kritisiert Modeschöpfer Karl Lagerfeld erneut Angela Merkel und ihre Flüchtlingspolitik

  • Zuvor hatte er mit einem Satz über Flüchtlinge für einen Skandal gesorgt

  • Zurücknehmen will Lagerfeld diese Aussage nicht - vielmehr legt er jetzt nach

Modeschöpfer Karl Lagerfeld profiliert sich derzeit als Merkel- und Flüchtlingskritiker. In einem aktuellen Interview mit dem "Zeit Magazin" und der Modezeitschrift "Vogue" erneuert er sein vernichtendes Urteil über die Kanzlerin:

"Seit Angela Merkels Umgang mit Griechenland während der Finanzkrise hatte sie in Europa den Ruf einer bösen Mutter, wie man in Frankreich sagt", bekräftigte der Modeschöpfer, der in Frankreich lebt.

Während der Flüchtlingskrise habe sich Merkel "als Pastorentochter ein besseres Image zulegen" wollen. Doch ihre Flüchtlingspolitik habe nur einer Partei genutzt: der AfD.

Karl Lagerfeld: "Der Erfolg der AfD hat mich wütend gemacht"

"Man hat ihr damals vorausgesagt, dass sie deshalb Millionen von Stimmen verlieren wird. Und genau so ist es gekommen. Bravo!“, spottet Lagerfeld im "Zeit Magazin".

Über den Wahlerfolg der Rechtspopulisten ist der Modeschöpfer nach eigener Aussage wütend: "Da habe ich beinahe einen Schlag gekriegt, so aufgebracht war ich. Ich war wütend, bin es immer noch", erklärt der 84-Jährige.

Dass Lagerfeld mit seiner Kritik ins AfD-Lager gewechselt ist, lässt sich also nicht behaupten. Allerdings kopiert Lagerfeld den Sound der Rechtspopulisten.

Kein Wunder, dass Lagerfeld mit seiner Merkel-Kritik zuletzt einen Skandal ausgelöst. In einer französischen Talkshow schimpfte er: "Selbst wenn Jahrzehnte dazwischenliegen, kann man nicht Millionen Juden töten und später dann Millionen ihrer schlimmsten Feinde holen.” Gemeint waren mit den Feinden der Juden damit die Flüchtlinge, die 2015 nach Deutschland kamen.

Karl Lagerfeld: "Merkel lässt eine Millionen Erzfeinde der Juden ins Land"

Mit diesem Satz schor Lagerfeld alle Flüchtlinge über einen Kamm - und beschimpfte sie als Antisemiten. Die Empörung in Deutschland, aber auch in Frankreich war groß. Bei der französischen Rundfunkaufsicht CSA gingen hunderte Rügen ein.

Mehr zum Thema: Karl Lagerfeld attackiert Merkel für ihre Flüchtlingspolitik – ein Satz ist ein Skandal

Im Gespräch mit dem "Zeit Magazin" und der "Vogue" verteidigt Lagerfeld nun auch seine Aussage - mit einem eigenwilligen Argument: "Die Leute haben das nicht verstanden. Das war eine Metapher.“

Dann legt Lagerfeld noch einmal nach: "Die Deutschen haben Millionen von Juden umgebracht, und da schämen wir uns doch heute noch für. Und jetzt lässt Angela Merkel eine Million ihrer Erzfeinde ins Land."

Dass alle Flüchtlinge Antisemiten seien, wolle er damit zwar nicht behaupten, versucht Lagerfeld in Interview noch einzuschränken. Aber: "Ich habe auch wenige Araber getroffen, die sagen: 'Ich liebe die Juden.'"

Zurücknehmen will Lagerfeld seine umstrittene Aussage also nicht.

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(ben)

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