WIRTSCHAFT
05/12/2017 17:18 CET | Aktualisiert 06/12/2017 11:48 CET

6 Dinge, die intelligente Menschen bei der Jobsuche niemals tun würden

  • Im Internet sind über jeden Menschen zahlreiche Informationen zu finden

  • Das nutzen auch Unternehmen - und checken Bewerber online

  • Deshalb solltet ihr diese 6 Dinge niemals tun

  • Oben im Video: Wenn euch ein Headhunter anspricht, solltet ihr einen Satz auf gar keinen Fall sagen

Laut einer amerikanischen Studie prüfen 70 Prozent der Arbeitgeber die Social-Media-Profile ihrer Bewerber. Mehr als die Hälfte dieser Unternehmen sagen, sie würden einem eigentlich geeigneten Kandidaten absagen, wenn sie auf Instagram, Twitter oder Facebook etwas sehen, das ihnen nicht gefällt.

Schlaue Menschen wissen das natürlich und würden deshalb niemals...

1. Bilder posten, auf denen sie Alkohol trinken oder Drogen nehmen

Es ist überhaupt nichts dabei, ab und zu ein Gläschen zu trinken. Sich dabei zu filmen und es ins Netz zu stellen, ist jedoch keine gute Idee. Arbeitgeber lehnen Bewerber in der Regel ab, die zu viele Bilder beim Trinken oder Drogen-Nehmen posten, sagt Patrick Ambron, Karriereberater von BrandYourself.

“Selbst wenn die Substanzen auf den Bildern legal sind, ist es für viele Arbeitgeber ein absolutes No-Go. Es lässt dich in keinem guten Licht dastehen und spricht nicht gerade für ein großes Verantwortungsbewusstsein. Vor allem, wenn du dich für eine Stelle mit Kundenkontakt bewirbst”, sagt Ambron gegenüber der HuffPost.

Wie viel Schaden solche Fotos anrichten können, zeigt der Fall von Ashley Pane. Die High-School Lehrerin aus Georgia verlor ihren Job, nachdem sie ein Bild von sich auf Facebook postete, das sie beim Alkohol trinken im Urlaub zeigte. Sie klagte, wollte nicht nur ihren Job zurück, sondern auch Schadensersatz für die Zeit ohne Festanstellung. Ohne Erfolg.

2. Unangebrachte Inhalte posten - oder, überhaupt nichts posten

Poste nichts, was du nicht auch deiner Großmutter oder deinen Kindern zeigen würdest. Diesen Grundsatz sollten wir uns immer wieder vor Augen führen. Deshalb überhaupt nichts mehr zu posten, kann allerdings fatal sein.

Zu viel Vorsicht und Zurückhaltung ist nämlich auch nicht gut. 60 Prozent der Arbeitgeber würden einen Bewerber nicht einladen, wenn er überhaupt keine Social-Media-Präsenz hat. Das hat eine Umfrage der Online Stellenbörse Career Builder ergeben.

Aber was ist die Lösung?

Die richtige Mischung macht es: Personaler halten meist nicht viel von Leuten, die jede Kleinigkeit auf ihrem Profil teilen. Professionalität wird nicht nur im Job erwartet. Auch privat solltest du einschätzen können, was es wert ist, gepostet zu werden und was nicht. Teilst du zu viel auf deinem Profil, könnte beim Arbeitgeber der Eindruck entstehen, du hast kein Gefühl dafür, mit vertraulichen Informationen oder Kunden umzugehen.

3. Diskriminierende oder unsensible Kommentare posten

Manche Menschen verwechseln die Diskussionen auf Social-Media-Plattformen mit privaten Unterhaltungen, bei denen jeder der Beteiligten deinen Humor kennt und genau versteht, wie etwas gemeint wird. Das kann schief gehen.

Deine Mutter hatte recht, als sie dir den gut gemeinten Rat gab, den Mund zu halten, wenn du nichts zu sagen hast. Ein Drittel der Arbeitgeber lehnen Bewerber ab, die öffentlich sexistische, homophobe oder fanatische Kommentare schreiben. Auch, wenn sie nicht so gemeint waren.

Mehr zum Thema: Wenn euch ein Headhunter anspricht, solltet ihr einen Satz auf gar keinen Fall sagen

Erinnert sich jemand daran, wie Justine Saccos Karriere durch einen einzigen Tweet zerstört wurde? Die erfolgreiche PR-Beraterin verlor ihren Job, nachdem sie unangebrachte, rassistische Tweets veröffentlichte.

Dass es sich laut Sacco um Satire handelte, interessierte niemanden. Die Moral von der Geschichte: Was in den Sozialen Netzwerken steht, wird von jedem und nicht nur von deinen engsten Freunden gelesen. Also verhalte dich auch dementsprechend.

4. Über die alte Firma lästern

Niemand mag es, wenn über ihn gelästert. Das gilt sowohl in der Schule und in der Uni, vor allem aber auch im Arbeitsalltag, sagt Ambron. Ein Drittel der Arbeitgeber lehnen Kandidaten ab, die schlecht über ihren vorherigen Arbeitgeber reden. Hinterm Rücken über andere herzuziehen, ist überhaupt kein guter Charakterzug, ergänzt Ambron.

Also lieber zweimal überlegen, bevor du einen blöden Kommentar über deinen alten Chef abgibst. Auch wenn es als Witz gemeint war.

5. Lügen, wenn es um die eigenen Qualifikationen geht

Als die Universität von Notre Dame im Jahr 2001 den bekannten Coach George O’Leary als neuen Football-Trainer verpflichtete, jubelte die ganze Uni. Die Euphorie war aber schnell wieder weg.

Denn nur 24 Stunden später fand die Schule heraus, dass O’Leary falsche Angaben über seine Football-Karriere in New Hampshire gemacht hatte und außerdem eigentlich gar keinen Master-Abschluss von der New York University hat.

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20 Jahre lang war keine seiner Lügen aufgeflogen. “Niemand kontrolliert solche Hintergründe”, sagte ein Athletik-Trainer der Chicago Tribune damals, und ergänzt: “Man nimmt die Leute beim Wort".

Ob sich so ein Fall heutzutage wiederholen könnte, ist fraglich. Dank des Internets können Lügen wesentlich schneller aufgedeckt werden. Sich so lange wie O’Leary mit Lügengeschichten durchzumogeln, ist vermutlich nicht mehr möglich.

Umso wichtiger ist es laut Ambron, im Internet keine falschen Informationen über sich selbst zu verbreiten. Er fügt hinzu: “Außerdem wird es dein Chef schnell merken, wenn du nicht halten kannst, was dein Lebenslauf verspricht.”

6. Unprofessionelle Nutzernamen oder E-Mail Adressen verwenden

Fast jeder hat - zum Beispiel bei einem Messenger - schon einmal einen kindischen oder unangebrachten Benutzernamen angegeben. Mit dem Eintritt ins Berufsleben, sollten auch deine Nutzernamen professioneller werden.

Nicht nur bei den Nachrichtendiensten, sondern vor allem auch bei den E-Mail Adressen, die du im Arbeitsalltag verwendest. Weiterhin die E-Mail Adresse aus der Mittelstufe zu benutzen, impliziert dem Arbeitgeber eine gewisse Unreife und ein fehlendes Urteilsvermögen.

Dieser Text erschien zuerst bei HuffPost US und wurde von Lorena Schüle aus dem Englischen übersetzt.

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(ks)

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