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04/12/2017 11:40 CET | Aktualisiert 04/12/2017 11:45 CET

Mit diesen Zeichnungen bringt ein Vater seinen Kindern bei, wie wichtig Liebe und Empathie sind

  • Chris Grady ist oft überwältigt von den Problemen auf der Welt

  • Um mit seinen Ängsten umzugehen, zeichnet er Comics

  • So möchte er vor allem Kindern wichtige Werte vermitteln

Die Welt kann oft ein dunkler Ort sein, voll mit Problemen wie Rassismus, Sexismus und Gewalt. In dieser Welt muss auch der Kanadier Chris Grady seine Kinder großziehen und davon fühlt er sich oft überwältigt.

Er hat aber eine Möglichkeit gefunden, damit umzugehen: Seit fünf Jahren verarbeitet Grady seine Erfahrungen als Vater künstlerisch. In Form von Comics teilt er sie auf seiner Website "Lunarbaboon".

Grady hat einen siebenjährigen Sohn und eine zweijährige Tochter. Seine Comics geben eine humorvolle Sicht auf die klassischen Probleme, denen Eltern sich stellen müssen. Viele seiner Zeichnungen enthalten tiefere Botschaften zu Toleranz und Empathie. Sie regen zum Nachdenken an und dazu, etwas Gutes zu tun.

lunarbaboon

Der Junge lacht über einen Mann, der ein Kleid trägt. Sein Vater erklärt, dass es Menschen gibt, die sich von ihm unterscheiden. Und, dass er damit entweder cool umgehen kann, oder sich wie ein Arschloch verhalten kann. Der Sohn entscheidet sich, tolerant zu sein und lobt den Mann für sein Kleid.

Mit den Comics bewältigt er seine Angsstörung

Grady, der als Grundschullehrer in Toronto arbeitet, nutzt die Comics als eine Therapie für seine Angststörung. "Ich habe einen positiven Ort für meine Gedanken gebraucht und bemerkt, dass ich mich besser fühle, wenn ich Comics zeichne", sagte er der HuffPost US.

"Nachdem ich die Comics in den sozialen Medien geteilt hatte, bekam ich Nachrichten von vielen Leuten. Sie erzählten, wie sie sich mit den Comics identifizieren können und, dass sie ihnen Hoffnung und Kraft in ihrer eigenen dunklen Zeit geben."

lunarbaboon

Der Junge wundert sich über zwei Frauen, die ein Kopftuch tragen und sich dadurch vom Rest unterscheiden. Der Vater möchte seinem Sohn erklären, was er davon hält: "Hey, warum geht ihr nicht nach Hause?", ruft er. "Und nehmt uns bitte mit, damit wir mehr über eure Kultur lernen können." Anschließend sitzen Vater, Sohn und die Frauen gemeinsam beim Essen.

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Mittlerweile hat seine Facebook-Seite "Lunarbaboon" mehr als 900.000 Abonnenten. Im April veröffentlichte der Verlag Andrews McMeel Publishing ein Buch, in dem Gradys Comics gesammelt sind.

Mit dem Wachsen seiner Website "Lunarbaboon" entschied sich Grady, seine Popularität zu nutzen. Deshalb zeichnet er oft Comics, in denen eine tiefere Botschaft steckt. Zu den Themen gehören etwa Gerechtigkeit, Gleichstellungsfragen und Fremdenhass.

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Der Vater geht zu seiner Tochter und bittet sie um einen Kuss. Doch die ruft “Nein” und gibt ihm eine Ohrfeige. Zuerst ist der Vater perplex. Dann lobt er sie und erklärt ihr, dass sie Herr über ihren eigenen Körper ist.

Auch Gradys Frau hat einen Einfluss auf die Comics

"Ich glaube, es ist unmöglich, nicht von seiner Umwelt beeinflusst zu werden. Es passieren so viele schlechte Dinge auf der Welt, aber auch sehr viele gute", sagte Grady. "Ich versuche, das Gute oder Humorvolle in den schwierigen Dingen zu sehen, die uns jeden Tag passieren."

Seine Frau hat einen großen Einfluss auf seine Zeichnungen: "Ich habe das Glück, mit einer starken, intelligenten und meinungsstarken Person verheiratet zu sein, die gegen Ungerechtigkeit kämpft. Viel von dem, worüber wir reden, wird Thema meiner Comics."

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Der Junge beschwert sich, dass ein anderes Kind schlecht über seine Zeichnung geredet hat. Der Vater möchte dem Kind eine Lektion erteilen. Er erklärt ihm, dass Feedback positiv, spezifisch und konstruktiv sein sollte. Anschließend diskutieren die beiden Kinder über das Bild und darüber, was man besser machen könnte.

Grady ist besonders wichtig, der jüngeren Generation mit seinen Comics wichtige Werte zu vermitteln: "Ich möchte, dass meine Kinder und Schüler gute Menschen werden", sagte er.

"Kinder beobachten Erwachsene und sehen sie als ihre Vorbilder. Ich versuche, ihnen zu zeigen, dass ich trotz meiner Fehler und Schwächen eine gute Person bin. Ich kann eine positive Veränderung in der Welt bewirken.”

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Die Großmutter lobt den Vater, der mit seiner Tochter Kaffeekränzchen spielt. Der Vater ist verwirrt. Dann setzt er das eigentliche Spiel fort und erzählt: "Marie Curie war die erste Frau, die den Nobelpreis gewann. Man muss nichts im Leben fürchten, man muss es nur verstehen."

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(lk)

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