POLITIK
04/12/2017 15:30 CET | Aktualisiert 04/12/2017 19:44 CET

Überraschende Umfrage: Wen sich die CDU-Basis als Merkel-Nachfolger wünscht

Fabrizio Bensch / Reuters
Überraschende Umfrage: Wen sich die CDU-Basis als Merkel-Nachfolger wünscht

  • Die Regierungs-Krise erhöht den Druck auf Angela Merkel

  • Die CDU-Basis steht weiter hinter der Kanzlerin

  • Dennoch: Als mögliche Nachfolgerin wünscht sich die Basis laut einer Forsa-Umfrage eine Frau

Je länger sich die Regierungsbildung verschleppt, desto größer wird der Druck auf CDU-Chefin Angela Merkel.

In der Union sind längst Diskussionen über eine mögliche Nachfolge der Kanzlerin ausgebrochen. Scheitert Merkel daran, eine Regierung auf die Beine zu stellen, könnte ihr politisches Ende im Falle von Neuwahlen näher rücken.

Doch bis jetzt hat sich kein aussichtsreicher Kandidat für die Merkel-Nachfolge in Position gebracht.

Zwei Frauen auf den vorderen Rängen

Eine repräsentative Umfrage des Instituts Forsa verrät nun, wen sich die Basis der CDU als Merkel-Nachfolger wünschen würde. Das Ergebnis dürfte einige überraschen: Nicht etwa der konservative, laute Jens Spahn gilt als Favorit, auch nicht Urgestein Thomas de Maizière.

Die Konservativen wollen wieder eine Frau an ihrer Spitze.

45 Prozent der CDU-Mitglieder halten die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer als Merkels Nachfolgerin für geeignet, 43 Prozent Julia Klöckner. Erst auf dem dritten Platz folgt mit Jens Spahn (36 Prozent) ein Mann.

Platz 4 für Ursula von der Leyen (31 Prozent), Platz 5 für Kanzleramtschef Peter Altmaier und Armin Laschet mit jeweils 28 Prozent.

Forsa hatte 1008 CDU-Mitglieder befragt.

Kramp-Karrenbauer gilt als Merkel-nah

Kramp-Karrenbauer gilt intern schon lange als Option für die Bundespolitik. Die saarländische Ministerpräsidentin hatte die Union mit ihrem Sieg bei der Landtagswahl im März wieder auf Kurs gebracht, nachdem die SPD mit Martin Schulz für eine kurze Zeit große Umfragegewinne verzeichnen konnte.

Die Konservative gilt in ihrer liberalen Ideologie als Merkel-nah. Schon vor drei Jahren hieß es aus dem Umfeld der Kanzlerin: "Kramp-Karrenbauer ist derzeit Merkels Nummer eins".

Zufriedenheit könnte an GroKo hängen

Noch hält die CDU-Basis jedoch still.

Kein Wunder: Laut Forsa sind noch immer 9 von 10 Christdemokraten mit der Kanzlerin zufrieden. Auch die Gesamtbevölkerung vertraut der Kanzlerin. 60 Prozent sagen, sie seien mit Merkels Arbeit zufrieden.

Kippen könnte die Stimmung allerdings, wenn die Große Koalition scheitert.

64 Prozent der CDU-Mitglieder und 52 Prozent der CDU-Wähler sind für eine Große Koalition der Unionsparteien mit der SPD. 48 Prozent der SPD-Anhänger und 36 Prozent der SPD-Mitglieder plädieren gleichfalls für dieses Regierungsbündnis.

Allein die Grünen-Anhänger hätten mehrheitlich (71 Prozent) lieber eine schwarz-grüne Minderheitsregierung.

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(ujo)

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