POLITIK
04/12/2017 13:00 CET | Aktualisiert 05/12/2017 19:12 CET

Politiker wollen berüchtigte Islamistin aussperren – auch der Muslimverband erteilt Hausverbot

AFP via Getty Images
Politiker wollen Islamistin Nora Illi aussperren – selbst die Muslime wollen sie nicht haben

  • Österreichs Verfassungsschutz prüft offenbar ein Einreiseverbot für die Schweizer Islamistin Nora Illi

  • Sie soll erklärt haben, gläubige Muslime müssten die Gesetze nicht beachten

  • Illi prüft deswegen nun juristische Schritte

Nora Illi ist berüchtigt. Die stets vollverschleiert auftretende Schweizer Aktivistin ist wohl eine bekanntesten Muslimas Europas. Und eine der umstrittensten. Ihr Mittel: Provokation.

Für den Geschmack österreichischen Behörden hat sie es nun zu weit getrieben. Wie die "Kronen-Zeitung" am Samstag berichtete, prüft der Verfassungsschutz ein Einreiseverbot für die Schweizerin. Eine Quelle für ihre Information nannte die Zeitung nicht.

Mehrere Politiker der rechtspopulistischen Partei FPÖ hatten ein solches Verbot gefordert – aber auch der ÖVP-Politiker Efgani Dönmez.

Illi soll sich gegen das Gesetz ausgesprochen haben

Grund für die Aufregung ist ein Bericht des Senders Servus TV. Dem Sender liegen nach eigenen Angaben Aufnahmen von Illi vor, auf denen zu hören sei, wie sie im November in einer Wiener Moschee spricht.

Sie soll darin sinngemäß gesagt haben, dass man sich nicht an die Gesetze halten müsse, die für Ungläubige seien. Ohne Konflikte mit dem Staat könne man nur in Friedenszeiten leben. Man versuche, "einen Islam zu basteln", der in das Verständnis der Nicht-Muslime passe, "mit liberalen Moscheen, Schwulenheirat, gemischtem Gebet etc." So werde versucht, den Islam zu schwächen.

Die Diskussion fand vor dem Hintergrund des Verbots der Vollverschleierung in Österreich statt, gegen die die Schweizerin mobil macht. Illi war mit anderen Aktivistinnen nach Wien gereist, um dagegen zu protestieren. Die Polizei hatte die Frauen festgenommen.

Illi: Zitate wurden aus dem Zusammenhang gerissen

Illi ist die Frauenbeauftragte des Islamischen Zentralrats Schweiz (IZRS). Der Verband weist die Vorwürfe zurück. Die Äußerungen Illis zu den Gesetzen seien so aus dem Zusammenhang gerissen worden, dass sie der Sinn verfälscht worden sei. Sie habe vielmehr Bedenken von Musliminnen zerstreut, die sich scheuten, die in Österreich üblichen Rechtsmittel anzuwenden.

Der IZRS prüft nach eigenen Angaben eine Strafanzeige gegen denjenigen, der das Gespräch in der Moschee heimlich mitschnitt und weitergab.

Österreichischer Muslimverband erteilt Illi Hausverbot

Die Islamische Glaubensgemeinschaft Österreich (IGGÖ) will unterdessen mit Illi nichts mehr zu tun haben. Der Zeitung "Kurier" teilte sie mit, dass Illi Hausverbot bekomme. Man dulde keine Hetzreden und wolle Provokateuren keine Bühne geben.

Der IZRS und Illi fallen immer wieder mit Provokationen auf. Sei es mit einem umstrittenen Imagefilm, der mit IS-Optik arbeitete, kürzlich mit einem Tweet: Da hatte Illi unter dem Bild einer Vollverschleierten und eines Konzentrationslagers gewarnt, der Islamhass etwa in Form des Burka-Verbots könne zum selben Ergebnis führen wie der Judenhass der Nazizeit.

In Deutschland war Illi bereits in Talkshows zu Gast. Wenn es nach dem integrationspolitischen Sprecher der CDU Fraktion im hessischen Landtag, Ismail Tipi, geht, wird das nicht wieder vorkommen. Er fordert nun ein Einreiseverbot für Illi auch für Deutschland.

2017-09-04-1504512891-8209760-CopyofHuffPost.png Young Urban Muslims - das Sprachrohr für alle jungen Muslime, die keine Lust haben, dass immer nur über sie geredet wird.

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(tb)

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