WIRTSCHAFT
04/12/2017 12:04 CET | Aktualisiert 04/12/2017 15:57 CET

Ping-Anrufe: So will die Bundesnetzagentur Verbrauchern helfen - und den Abzockern schaden

AleksandarGeorgiev via Getty Images
Die Bundesnetzagentur stoppt eine Abzocke-Masche mit teuren Rückrufen über das Handy.

  • Internationale Vorwahlen lassen sich leicht mit deutschen Orts-Vorwahlen verwechseln

  • Das nutzen Menschen für Ping-Anrufen aus

  • Die teuren Rückrufe will die Bundesnetzagentur nun unwirtschaftlich machen

Die Bundesnetzagentur stoppt eine Abzocke-Masche mit teuren Rückrufen über das Handy. Bis spätestens zum 15. Januar 2018 müsse bei solchen sogenannten Ping-Anrufen für bestimmte internationale Vorwahlen eine kostenlose Preisansage geschaltet werden, kündigte der Präsident der Bundesnetzagentur Jochen Homann am Montag in Bonn an.

"Damit machen wir das rechtswidrige Geschäftsmodell wirtschaftlich unattraktiv." Verbraucher könnten nach der Warnung vor hohen Kosten für den Rückruf noch auflegen, ohne dass Kosten anfielen.

Die Masche beruht darauf, dass internationale Vorwahlen aus weit entfernten Ländern leicht mit deutschen Vorwahlen verwechselt werden können.

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Verbraucher zahlen pro Anrufe häufig mehrere Euro

So ähnelt die Vorwahl von Madagaskar 00261 der Koblenzer Vorwahl 0261 und die Vorwahl Liberias 00231 der Vorwahl Dortmunds 0231.

Bei den Ping-Calls werde aus dem Ausland kurz angerufen, um einen Rückruf zu provozieren. Ruft der Verbraucher zurück, wird er absichtlich mit schwer verständlichen Bandansagen in der Leitung gehalten - die Anrufe kosten häufig mehrere Euro pro Minute.

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