POLITIK
04/12/2017 17:18 CET | Aktualisiert 04/12/2017 17:19 CET

"Die 70 wichtigsten Denker der Welt": US-Magazin nominiert AfD-Chef Gauland

Fabian Bimmer / Reuters
Die 70 wichtigsten Denker der Welt: US-Magazin nominiert AfD-Chef Gauland – das ist die Begründung

  • "Foreign Policy" sieht in AfD-Chef Alexander Gauland einen der wichtigsten "Neudenker" des Jahres

  • Gauland habe Populismus als Gegenmodell zum Liberalismus im Herzen Europas etabliert

2017 war das Jahr von Donald Trump. Das Jahr des Sieges der Internationalen Allianz gegen den Islamischen Staat in Syrien und dem Irak. Und das Jahr, das Deutschland ein denkbar schwieriges Wahlergebnis einbrachte.

Doch auch abseits der meist beachteten politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen haben Menschen die Welt verändert. Das renommierte US-Magazin "Foreign Policy“ hat 70 dieser "Neudenker" in einer Liste zusammengefasst.

Die Politiker, Wissenschaftler, Künstler und Visionäre, die in diesem Jahr laut "Foreign Policy“ Wege gefunden haben, die Welt "neu zu denken und umzuformen". Überraschend mit dabei: der frisch gekürte AfD-Chef Alexander Gauland.

"Der wichtigste intellektuelle Anführer"

"Dafür, dass er im Herzen von Europa eine populistische Opposition zum Liberalismus angespornt hat", begründet das US-Magazin die Nominierung.

Der Einzug der AfD in den Bundestag habe die deutsche Politiklandschaft umgekrempelt, schreiben die Amerikaner. Gauland arbeite weiter daran, die Nachkriegsidentität des Landes zu verändern.

Ein Ziel, das die Populisten ohne Gauland nicht erreichen könnten, argumentiert "Foreign Policy“. Er sei der "wichtigste intellektuelle Anführer“ der Partei, vereine eine moderate Erscheinung und eine stramm rechtskonservative Ideologie.

Und: Gauland punkte vor allem mit der "Propagierung einer Form der deutschen Identität, die vom Nachkriegs-Establishment des Landes abgelehnt wird". Einem Kurs, der gegen jede "Political-Correctness" stehe.

Mehr zum Thema: 8 Zitate vom AfD-Parteitag zeigen, wie weit die Partei nach rechts gerückt ist

Rhetorik wie Neonazis

Dazu zähle neben dem Nationalstolz, den die AfD bedient, auch ein Militarismus und die Ablehnung der Nato. Dazu komme bei Gauland eine Rhetorik gegen Migranten und die Regierung, "die an Neo-Nazi-Organisationen" erinnert.

Damit habe der Fraktionsvorsitzende klar mit dem Kurs gebrochen, den die AfD als euroskeptische Partei im Jahre 2013 angesteuert hatte. Was er geschaffen hat, sei eine konservative Alternative zur nach links gerückten CDU, glaubt "Foreign Policy".

In der Zeit nach Angela Merkel, so glauben es die Amerikaner, könnte dieser Kurs die AfD gar in die Regierung führen. "Das würde das Ende einer Ära bedeuten – und der Start einer ganz anderen."

2017-09-07-1504786616-8796518-CopyofHuffPost4.png Inside AfD - Die Community für Kritiker der Rechtspopulisten

(ujo)

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