POLITIK
04/12/2017 08:50 CET | Aktualisiert 04/12/2017 13:30 CET

"Hassverzerrt und dumm": So hart attackiert Gauland nach dem AfD-Parteitag Petry

dpa
"Hassverzerrt und dumm": Nach dem Parteitag geht der neue AfD-Vorstand auf Petry los

  • In Interviews haben die AfD-Chefs Meuthen und Gauland am Montagmorgen ihre ehemalige Parteikollegin Frauke Petry angegriffen

  • Besonders Gauland beschimpfte seine Vorgängerin heftig

Die AfD hat eine neue Doppelspitze: Neben Jörg Meuthen wird nun Alexander Gauland die Partei leiten. Auch wenn Gauland zuvor dem Parteivorsitz noch eine Absage erteilt hatte.

Nach dem Parteitag am Samstag und Sonntag gingen die beiden AfD-Chefs gleich in die Offensive - und beschimpften teilweise heftig die frühere Chefin Frauke Petry.

Besonders Gauland attackierte seine Vorgängerin scharf. Ihr Urteil über die AfD sei "völlig vom Hass verzerrt", sagte Gauland am Montag im Deutschlandfunk über die aus der Partei ausgetretene Ex-Chefin.

"Ich kann nicht verstehen, wie man so dumm sein kann"

Petry hatte den 76-Jährigen in einem Interview als Marionette des AfD-Rechtsauslegers Björn Höcke bezeichnet.

Der "Bild"-Zeitung sagte Petry: "Jetzt vollzieht sich, was Björn Höcke schon immer angestrebt hat - mit Gauland eine zweite Marionette als Vorsitzenden zu haben." Die AfD sei seit diesem Parteitag "jetzt faktisch in Höckes Hand".

"Sie war mal eine intelligente Frau", schimpfte Gauland, "ich kann gar nicht verstehen, wie man so dumm sein kann und den Versuch machen kann, auf diese Weise die Vergangenheit zu bewältigen."

Petry war nach dem verlorenen Macht- und Richtungskampf unmittelbar nach der Bundestagswahl aus der AfD ausgetreten. Sie sitzt nun als fraktionslose Abgeordnete im Parlament.

Meuthen: "Frau Petry redet dummes Zeug"

Auch der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen schimpfte am Montagmorgen im ZDF-"Morgenmagazin": "Frau Petry redet da, und das weiß sie auch, dummes Zeug. Um das in aller Deutlichkeit zusagen."

Meuthen lobte Höcke als "wichtigen Akteur in unserer Partei". "Er gehört unbedingt dazu", machte der Parteichef deutlich - als hätte es das Ausschlussverfahren gegen den Rechtsaußen aus Thüringen nie gegeben.

Auch einen Rechtsruck wollte Meuthen mit der neuen Parteiführung nicht erkennen. "An der Spitze stehen Alexander Gauland und ich. Und wir sind nicht der völkische Flügel. Wir stehen in der Mitte der Partei", sagte er.

In diese Mitte gehört für Meuthen nach diesem Wochenende offenbar auch der rechtsnationale Höcke.

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(jg)

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