POLITIK
04/12/2017 14:14 CET | Aktualisiert 04/12/2017 18:11 CET

AfD-Parteitag: 8 Zitate zeigen, wie weit die Partei nach rechts gerückt ist

dpa
AfD-Parteitag: 7 Zitate zeigen, wie weit die Partei nach rechts gerückt ist

  • Auf ihrem Parteitag in Hannover ist die AfD weiter nach rechts gerückt

  • Wir haben die kritischsten Aussagen dokumentiert

Die AfD ist an diesem Wochenende noch ein Stückchen mehr nach rechts gerückt. Nicht nur personell - Höcke-Vertraute rückten in Hannover in den Bundesvorstand vor – sondern auch rhetorisch.

Wir haben die kritischsten Aussagen des Parteitags dokumentiert.

Gauland: "Müssen die Nato ersetzen"

So stellte Co-Sprecher Alexander Gauland das westliche Verteidigungsbündnis Nato infrage.

“Langfristig müssen wir natürlich die Nato durch eine europäisches Friedensbündnis mit Russland ersetzen", sagte er in Hannover unter großem Jubel der Delegierten.

Von Storch: "Größte Rechtsbrecherin der Nachkriegsgeschichte"

Die AfD-Vize Beatrix von Storch bezeichnete in ihrer Rede Kanzlerin Angela Merkel als "größte Rechtsbrecherin der deutschen Nachkriegsgeschichte."

Die Strategie der AfD sei es, "alles zu tun, um Deutschland zu retten. Den Zustrom stoppen. Die Syrer zurückbringen. Wir werden die Islamisierungen zurückdrängen (...) und unser Vaterland und unsere Kultur verteidigen."

Poggenburg: "Deutschland gehört den Deutschen"

Noch deutlicher wurde der AfD-Landeschef André Poggenburg, der wegen der Anstellung seiner Lebensgefährtin in der eigenen Fraktion in der Kritik steht. Parteimitglieder warfen ihm unter anderem Vetternwirtschaft vor.

In Hannover ging er mit nationalistischen Parolen in die Offensive.

"Deutschland gehört den Deutschen und hat den Deutschen zu gehören. Wem denn sonst?", rief er den Delegierten zu.

Ähnlich äußerte sich Poggenburg in einer internen WhatsApp-Gruppe der Partei, wo er mit "Deutschland den Deutschen" zu Wort meldete. Diese Parole wird vor allem auf Demos der rechtsextremen NPD skandiert.

Bystron: "Werden Kampf bis zu unserem Sieg führen"

Mehrere Redner äußerten auch ihre Sympathie für die rechtsextreme Identitäre Bewegung (IB), die vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

So verniedlichte der bayrische Landeschef die IB als eine Bewegung von "Jugendlichen, denen unsere Heimat am Herzen liegt." Tatsächlich aber kommen ihre Führungsfiguren aus der NPD-Jugend und aus radikalen Burschenschaften.

Auch Bystron wolle seine Heimat nicht verlieren. "Ich werde keinen Millimeter zurückweichen und diesen Kampf bis zu unserem Sieg führen", sagte er in Hannover.

Sayn-Wittgenstein: "Kann nicht sein, dass die Identitären vom Verfassungsschutz beobachtet werden"

Auch die rechtsnationale AfD-Politikerin Doris von Sayn-Wittgenstein verteidigte die IB. Sayn-Wittgenstein verhinderte mit ihrer Kandidatur als Co-Sprecherin den Gemäßigten Berliner Landeschef Pazderski auf dem Posten.

"Es kann nicht sein, dass Grup­pie­run­gen vom Ver­fas­sungs­schutz be­ob­ach­tet wer­den, weil sie Volks­tanz üben oder be­son­de­re Hei­mat­lie­be an den Tag le­gen", sagte sie.

Die AfD hat in einem Vorstandsbeschluss eigentlich jede Zusammenarbeit mit der IB ausgeschlossen. Wie wenig Rückhalt dieser Beschluss in Teilen der AfD hat, wurde am Wochenende deutlich.

Gottschalk: "Der Mittelstand darf die Drecksarbeit machen"

AfD-Vize Kay Gottschalk hingegen schlug sozialistische Töne an. Er rief dazu auf, die SPD zu ersetzen.

"Wir werden die neue Partei für Gerechtigkeit", sagte er. "Der Mittelstand darf die Drecksarbeit machen, während linksliberale Medien und die Kartellparteien auf dem Sonnendeck leben und ihre feuchtideologischen Träume verwirklichen."

In Deutschland ginge es zu wie auf der Titanic.

Tatsächlich ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland auf einem Rekordtief, die Löhne sind in den vergangenen Jahren gestiegen, die Wirtschaft wird auch in den kommenden Jahren wachsen, prognostizieren Experten.

Glaser: "Es kann keinen Islam ohne Scharia geben"

Auch AfD-Vize Albrecht Glaser meldete sich mit scharfen Tönen zu Wort.

"Deutschland weiß nicht, was es ist und wohin es will", sagte er in Hannover.

Er thematisierte auch den Islam. "Es kann keinen Islam ohne Scharia geben, wie es keine Nuss-Schokolade ohne Nüsse gebe kann", sagte er.

Glaser scheiterte im Oktober mit seiner Kandidatur als Bundestagsvize, weil ihn die übrigen Fraktionen wegen seiner islamfeindlichen Äußerungen nicht wählen wollten.

Königer: "Totaler Krieg gegen das Volk der Dichter und Denker"

Für einen Eklat sorgte Steffen Königer aus Brandenburg.

Königer beklagte, dass bei der Bundestagswahl kaum junge Wähler für die AfD abgestimmt hätten. Grund dafür sei jedoch nicht die AfD oder ihre Politiker - sondern das deutsche Bildungssystem.

"Vom Kindergarten bis zum Abitur werden unsere Kinder vollgepumpt mit Ideologien, mit Frühsexualisierung, Gender-Mainstream, mit Political Correctness. Die 68er haben im Bildungssektor eine Kraterlandschaft hinterlassen, verbrannte Erde, eine zerbombte Kulturnation. Liebe Freunde, das ist der totale Krieg gegen das Volk der Dichter und Denker."

Königer rief anschließend dazu auf, "unsere Kinder vor dem Zugriff der 68er" zu retten. Von den AfD-Mitgliedern erhielt er dafür Applaus. Er wurde anschließend zum Beisitzer gewählt.

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(lp)

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