NACHRICHTEN
03/12/2017 15:52 CET | Aktualisiert 03/12/2017 16:09 CET

"Wahrscheinlichkeit eines Krieges steigt täglich": Nordkorea-Krise verschärft sich vor US-Militärmanöver

dpa
"Wahrscheinlichkeit eines Krieges steigt täglich": Nordkorea-Krise verschärft sich vor US-Militärmanöver

  • Am Montag beginnt ein gemeinsames Militärmanöver von Südkorea und den USA

  • Zuvor nehmen die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang wieder zu

Es soll das größte gemeinsame Luftwaffen-Manöver der USA und Südkorea auf der koreanischen Halbinsel werden.

Am Montag wollen die beiden Bündnispartner zusammen eine Militärübung abhalten. Fünf Tage lang.

Zuletzt hatte sich die Krise um das Atomprogramm des kommunistischen Regimes wieder zugespitzt, als Nordkorea erneut eine Rakete in Richtung Japan abfeuerte. Laut Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums hätte die Hwasong-15-Rakete sogar Washington treffen können.

Nun stehen also 12.000 US-Soldaten bereit, in den nächsten Tagen den Ernstfall zu üben. Für Pjöngjang und Diktator Kim Jong-un ist das selbstverständlich eine Provokation.

Im Vorfeld des Manövers steigen deswegen die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea. Und die Eskalation der Worte in diesem Konflikt beginnt einmal mehr von Neuem.

Nordkorea: "Trump bettelt um einen Atomkrieg"

Am Samstag wetterte das nordkoreanische Außenministerium, Donald Trump "bettelt um einen Atomkrieg".

Der US-Präsident veranstalte ein "extrem gefährliches Glücksspiel auf der koreanischen Halbinsel", hieß es in einer schriftlichen Mitteilung des Ministeriums, aus der unter anderem der US-Sender CNN zitierte. Darin wird Trump auch als "nuklearer Dämon" und "Störer des Weltfriedens" bezeichnet.

Am Sonntag kritisierte die Zeitung "Rodong Sinmun", die von der in Nordkorea herrschenden Partei herausgegeben wird, in einem Kommentar: Das Militärmanöver der USA und Südkorea sei eine "gefährliche Provokation" und bringe die Region an den Rand eines Krieges.

Mehr zum Thema: Journalisten haben mit dem Koch der Kim-Familie gesprochen: So war der Diktator als Kind

"Die Wahrscheinlichkeit eines Krieges steigt täglich"

Bereits am Samstag wetzte auch der Nationale Sicherheitsberater, HR McMaster, rhetorisch das Messer. Bei einer Konferenz im US-Bundesstaat in Kalifornien sagte der Trump-Berater, die Wahrscheinlichkeit eines Krieges zwischen den USA und Nordkorea erhöhe sich jeden Tag.

"Das bedeutet, dass wir uns in einem Wettrennen befinden. In einem Wettrennen, dieses Problem zu lösen", sagte McMaster laut dem US-Sender CNN.

Zwar gebe es nicht-militärische Wege, um die Krise mit Nordkorea zu lösen. Aber der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un "kommt näher und näher" an Atomwaffen heran, sagte McMaster: "Es bleibt nicht viel Zeit."

Auch Deutschland zieht Konsequenzen

Der neuerliche nordkoreanische Raketentest am Mittwoch war international scharf kritisiert worden. Das diplomatisch isolierte Land hatte damit zum wiederholten Mal gegen UN-Resolutionen verstoßen.

Die Führung in Pjöngjang erklärte danach, das Land sei jetzt in der Lage, das gesamte Festland der USA mit Atomsprengköpfen angreifen zu können.

Auch Deutschland hatte daraufhin seine diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea eingeschränkt. Außenminister Sigmar Gabriel kündigte am Donnerstag bei einem Besuch in Washington den Abzug eines deutschen Diplomaten - aber nicht des Botschafters - aus der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang an.

Mit Material der dpa.

Die Hintergründe zur Nordkorea-Krise:

Die Welt hält Kim Jong-un für einen irren Diktator - ein Nordkorea-Experte erklärt, warum das ein schwerer Fehler ist

Die machtlose Supermacht: China hat kaum noch Einfluss auf die Entwicklungen in Nordkorea

Was passiert, wenn Kim Atomraketen schickt? Die 6 wichtigsten Fragen und Antworten

Tödliches Netzwerk: Nordkorea ist keineswegs der isolierte Staat, für den ihn viele halten

Die USA und Nordkorea drohen sich mit Krieg - doch in Südkorea bleiben die Menschen gelassen

Putin stärkt dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un den Rücken - dahinter steckt Kalkül

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

Sponsored by Trentino