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03/12/2017 15:44 CET

Einem Mann wurde vorgeworfen, Maddie McCann entführt zu haben - jetzt bricht er sein Schweigen

Ho New / Reuters
Einem Mann wurde vorgeworfen, Maddie McCann entführt zu haben - jetzt bricht er sein Schweigen

  • Sergej Malinka wurde 2007 vorgeworfen, etwas mit dem Verschwinden des britischen Mädchens Madeleine McCann zutun zu haben

  • Doch bis heute gibt es dafür keine Hinweise

  • Malinka spricht jetzt darüber, wie die Vorwürfe sein Leben zerstörten

Sergej Malinka ist heute 32 Jahre alt. Der Russe wird bald zum ersten Mal Vater, er führt ein geregeltes Leben in Portugal. Doch das war nicht immer so.

2007 hatte die Polizei ihn beschuldigt, etwas mit dem Verschwinden des britischen Mädchens Madeleine McCann zutun zu haben. Ab diesem Zeitpunkt nahm sein Leben eine dramatische Wende.

Malinka jobbte damals in einem Restaurant, war gerade mit seinen Eltern nach Portugal gezogen. Am Abend des 3. Mai, der Tag an dem Maddie McCann verschwand, gingen ihre Eltern Gerry und Kate McCann in das Restaurant "Ocean Club" essen - jenes Lokal, in dem Malinka arbeitete.

Mehr zum Thema: Rätselhafter zweiter Fall: Maddie McCann ist nicht das einzige Kind, das an der Algarve verschwunden ist

Später am Abend war das dreijährige Mädchen verschwunden. Und Malinka rückte ins Visier der Ermittler. Verdächtig machte ihn in den Augen der Polizei, dass er noch in der Nacht des Verschwindens von Maddie eine Stunde mit einem portugiesischen Geschäftsmann telefonierte. Worum es in dem Telefonat ging, ist nicht bekannt. Dennoch wurde Malinka mehrmals verhört.

Auch seine Computer wurden untersucht. Hinweise auf ein Verbrechen fand die Polizei nicht. Schon bald galt er nicht mehr als ein Verdächtiger im Fall Maddie McCann.

"Ich habe alle verloren"

Doch da hatte die Abwärtsspirale schon Fahrt aufgenommen, die Medien waren auf ihn aufmerksam geworden.

Mit schlimmen Folgen für sein Privatleben.

Heute, 10 Jahre später, spricht Malinka offen über das, was ihm nach den Anschuldigungen passierte. Die Ereignisse verarbeitete er in seinem Buch "Kollateral-Schaden", das 2018 auf den Markt kommen soll.

"Ich wurde zu falschen Behauptungen und Anschuldigungen bezüglich ihres Verschwindens gezwungen. Ich habe alle verloren - Jobs, Freunde, Hoffnung", sagt Malinka über die belastende Zeit, wie die britische Nachrichtenseite "Express" berichtet.

Auf sein Auto sei ein Brandanschlag verübt, auf den Gehsteig daneben das portugiesische Wort "Fala" gesprüht worden - auf deutsch bedeutet es "Sprich". In manchen Momenten habe er am "Rande der Verzweiflung" gestanden. "Ich war 22 Jahre alt, ein junger Mann, der alleine in einem fremden Land war", zitiert der "Express" Malinka.

Malinka habe irgendwann sogar um sein Leben gefürchtet und sei für einige Zeit aus der Gegend weggezogen.

Nun, Jahre später, will er wieder ein normales Leben führen: "Jetzt versuche ich, mir mein Leben aus den Trümmern dieses Ereignisses neu aufzubauen. Zehn Jahre später werde ich zum ersten Mal Vater. Meine Familie ist mein Leben. Ich werde es nicht länger zulassen, dass die Lügen anderer unsere Zukunft vergiften."

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(ll)

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