POLITIK
02/12/2017 09:22 CET

Polizei und Verfassungsschutz melden: Immer mehr Angriffe auf Muslime und Moscheen

Tobias Schwarz / Reuters
Polizei und Verfassungsschutz melden: Immer mehr Angriffe auf Muslime und Moscheen

  • Die Zahl der islamfeindlichen Straftaten in Deutschland ist deutlich gestiegen

  • In den meisten Fällen sind die Täter Rechtsextreme

  • Die Linken-Politikerin Ulla Jelpe befürchtet eine hohe Dunkelziffer bei den Taten

In Deutschland gibt es mehr Übergriffe auf Muslime und muslimische Einrichtungen als bisher bekannt. Polizei und Verfassungsschutz registrierten im zweiten Quartal 274 islamfeindliche Angriffe – zunächst war von 201 Fällen die Rede gewesen.

Auch im dritten Vierteljahr waren es mit 217 ebenfalls mehr als noch zu Jahresbeginn (im ersten Quartal) mit 200 Fällen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, die der "Neuen Osnabrücker Zeitung“ vorliegt.

Die Übergriffe sind aber nicht mehr so gewalttätig. Im dritten Quartal wurden neun Menschen verletzt, im Quartal zuvor waren es noch 16 gewesen.

Fast alle Täter sind Rechtsextreme - doch niemand wurde festgenommen

In fast allen Fällen waren die Täter Rechtsextreme, festgenommen wurde jedoch niemand.

Zu den Straftaten zählen Hetze gegen Muslime oder muslimische Flüchtlinge im Netz (sogenannte Hasskommentare), Drohbriefe, Angriffe auf Kopftuch tragende Frauen oder muslimische Männer auf der Straße, aber auch Sachbeschädigung und Nazi-Schmierereien an Häusern.

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Da die Behörden diese Daten zu "islamfeindlichen Straftaten“ erst seit Jahresbeginn auswerten, gibt es keine Vergleichszahlen zu 2016. Die Angriffe auf Moscheen und Religionsstätten lagen Im dritten Quartal bei 16 (zweites Quartal: 13 Anschläge).

Die innenpolitische Expertin der Linken, Ulla Jelpke, zeigte sich erstaunt über die hohe Zahl von Nachmeldungen für das zweite Quartal. Jelpke sagte: "Offenbar müssen sich die Ermittlungsbehörden erst an die seit Anfang des Jahres geltende separate Erfassung islamfeindlicher Straftaten gewöhnen.“

Es gebe keinen Anlass für Entwarnung: "Wir haben es hier nur mit der Spitze des Eisberges zu tun.“

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