POLITIK
02/12/2017 19:41 CET | Aktualisiert 03/12/2017 10:47 CET

"SA-Methoden": Bei Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag kommt es zu Ausschreitungen

Michael Trammer
Ausschreitungen bei Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag – viele Verletzte

  • Beim AfD-Parteitag in Hannover ist es zu massiven Protesten mit Ausschreitungen gekommen

  • Zahlreiche Demonstranten und mindestens ein AfD-Abgeordneter wurden verletzt

Beim zweiten Bundesparteitag der AfD geht es im Hannoveraner Congress Cenrum heiß her. Nach der Partei-Flucht der ehemaligen Bundessprecherin Frauke Petry ist der Flügel-Kampf zwischen Wirtschaftsliberalen und völkisch-nationalistischen Kadern in der AfD neu eröffnet.

Doch auch vor der Halle wurde es hitzig. An Großdemonstrationen beteiligten sich kirchliche Vertreter, Gewerkschafter und linke Gruppen. Mehrmals kam es zu Ausschreitungen.

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Pfeffersprayeinsatz gegen Aktivisten.

Schon in den frühen Morgenstunden begann der Protest. Ab 7 Uhr sammelten sich Menschen im Hannoveraner Zooviertel. Laut Pressesprecher der Kampagne NIKA, die den Protest mitorganisierten, versammelten sich bis zu 7500 Menschen in der Nähe des Veranstaltungsortes.

Schon früh kam es zu Rangeleien, als Demonstranten versuchten, so nahe wie möglich an den Eingang der Halle zu kommen. Die Polizei setzte Knüppel und Pfefferspray ein.

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Räumung der Sitzblockade mit zahlreichen Verletzten

Bereits hier gab es Verletzte. Als Polizeibeamte ein Transparent der Demonstranten wegreißen wollten, wurden auch Pressevertreter an ihrer Arbeit gehindert. Das Führungspersonal der Polizei verbannte Reporter außer Sichtweite hinter Polizeifahrzeuge.

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AfD Delegierter schleicht an Blockaden vorbei.

Polizeibeamte schubsten auch zwei Journalisten zu Boden. An der gleichen Blockade – wohl an einem strategisch entscheidenden Punkt gelegen – kam es später zu einem Wasserwerfer Einsatz, bei 1 Grad Außentemperatur, sowie einer Räumung mit zahlreichen Verletzten. An einem anderen Blockadepunkt erlitt ein Aktivist, der sich an einer Pyramide festgekettet hatte, wohl einen offenen Bruch.

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Wasserwerfereinsatz bei 1 Grad gegen Sitzblockade

Doch auch AfD-Politiker berichten von Angriffen. Der Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk zog sich eine Verletzung am Arm zu, offenbar hatten Linke den Politiker angegriffen.

Ein AfD Mitglied, das wohl am Zutritt zum Veranstaltungsort durch eine Blockade gehindert wurde, sagte der HuffPost, ihm sei ein Bein gestellt worden, er sei besprüht worden und ihm wäre ins Gesicht geschlagen und gespuckt worden.

Der saarländische Politiker gab Anzeige auf. "Das sind SA-Methoden", warf er den Aktivisten vor.

Anderen AfD-Mitgliedern gelang es dagegen, sich an den Gegenprotesten beinahe unbemerkt vorbeizuschleichen, um am Bundesparteitag der Alternative für Deutschland teilzunehmen.

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Anreisende AfD Delegierte nach Räumung der Blockaden am Eingang des HCC

Der Pressesprecher der Kampagne "Nationalismus ist keine Alternative" (NIKA), Jan Sperling, sagte:

"Wir sind eine Kampagne von jungen Menschen aus allen Bereichen. Wir sind klar antikapitalistisch und antirassistisch. Wir haben uns zusammengefunden um dem Rechtsruck und speziell der AfD etwas entgegenzusetzen."

"Die AfD hat wieder zu spüren bekommen, dass man ihre rassistische Schiene nicht reibungslos laufen lässt", erklärte Sperling der HuffPost.

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