Wenn dein Chef fragt, wo du heute bleibst, dann schicke ihm diesen Text

iStock/lolostock

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das sich freiwillig aus dem Schlaf weckt. Das hat viel mit elektrischem Licht und dem schlechten Image des Ausruhens zu tun. Doch bei zu wenig Schlaf drohen ernsthafte Probleme für Körper und Psyche. Gemeinsam mit der KNAPPSCHAFT und einem Schlafexperten erklären wir, was während des Schlafs passiert, wie viel wir davon brauchen und was uns am besten beim Einschlafen hilft.

Sieben. Das ist die magische Zahl. Denn so viele Stunden empfehlen Schlafexperten pro Nacht. Noch dazu sollten wir regelmäßig schlafen, inklusive Abendritual, kühlen Temperaturen und angenehmer Atmosphäre im Schlafzimmer. Vorher kein Fernsehen, lieber ein gutes Buch oder Entspannungsübungen. Dann wird die Nacht wirklich erholsam.

Ganz schön viele Voraussetzungen für etwas so Alltägliches wie den Schlaf. Aber der Aufwand lohnt sich. Denn: „Wenn ich nur vier oder fünf Stunden schlafe, werden vermehrt Stresshormone ausgeschüttet. Es kommt zu einer Mehrbelastung des Herz-Kreislauf-Systems und aller anderen Körperfunktionen.“ So erklärt es Prof. Dr. Ingo Fietze, Oberarzt an der Berliner Charité und Leiter der Deutschen Stiftung Schlaf.

Was Fietze mit wenigen Worten zusammenfasst, entpuppt sich im Einzelnen als heftige Liste von Symptomen, die sich niemand wünscht.

man sleeping

Bei kurzzeitigem Schlafmangel erwarten dich:

  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Starke Müdigkeit und Frieren tagsüber
  • Reizbarkeit und Antriebslosigkeit
  • Einschlafen wider Willen

Wenn Du über längere Zeiträume hinweg nicht gut schläfst, dann musst du mit folgenden Konsequenzen rechnen:

  • Übergewicht
  • Bluthochdruck
  • Stimmungsschwankungen oder sogar Depressionen
  • Schnelle Erschöpfbarkeit
  • Magen-Darm-Probleme
  • Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Schwache Abwehrkräfte

Wenn all das droht, falls wir nicht genügend Schlaf bekommen – dann muss der Schlaf ja ein richtiges Wundermittel sein. Was passiert also eigentlich alles in dieser Zeit?

woman waking up

„Wir wissen, dass Schlaf eine biologische Notwendigkeit ist“, erklärt Dr. Fietze. „Er ist ein aktiver Prozess“ – man verbrennt also sogar Kalorien dabei. Nämlich so viele, wie in einem Glas Milch enthalten sind. Und was passiert sonst noch so?

  • Erlebnisse werden sortiert.
  • Gelerntes wird abgespeichert.
  • Die Psyche erholt sich und kommt zur Ruhe.
  • Unser Immunsystem wird durch T-Zellen, Interferone und andere Stoffe gestärkt.
  • Organische Stoffe werden umgewandelt, so reguliert sich der Stoffwechsel.
  • Wachstumshormone werden ausgeschüttet, deswegen heilen Wunden auch besser im Schlaf.
  • Kurzum: Wir werden glücklicher, gesünder und strukturierter.

Das Verrückte: Warum genau wir schlafen, also warum sich all diese Prozesse nicht auch tagsüber abspielen können – das weiß bis heute niemand. Allerdings hat in unserer Gesellschaft mit wachsendem Leistungsdruck und dem ständigen Gepiepe auf digitalen Medien der Schlaf an Stellenwert verloren. „Während woanders Nickerchen und Siesta legitim sind, werden Schlafpausen in Deutschland weniger toleriert und mit fehlender Leistungsbereitschaft gleichgesetzt“, konstatiert der Schlafexperte Fietze. Dabei ist das Quatsch. Nur wer genügend schläft, der kann auch kreativ sein und Höchstleistungen bringen.

Dass ein gesunder Schlaf auch gesunde Menschen macht, das haben inzwischen viele Krankenkassen erkannt. Die KNAPPSCHAFT hat es sich zur Aufgabe gemacht, dir beim gesunden Leben zu helfen. Deswegen bietet sie Kurse zu den Themen Stressbewältigung, Entspannung, Ernährung oder Bewegung an. Und wenn es mal richtig schlimm wird mit der Schlaflosigkeit, kannst du auch eine Nacht im Schlaflabor verbringen.