POLITIK
01/12/2017 17:41 CET | Aktualisiert 04/12/2017 17:15 CET

Trump-Berater Flynn packt aus: So hat das Trump-Team Kontakt nach Russland aufgenommen

Chip Somodevilla via Getty Images
EIL: Ex-Berater Flynn will erklären, Trump habe ihn zur Kontaktaufnahme mit Russland aufgefordert

  • Der ehemalige nationale Sicherheitsberater der USA, Michael Flynn, wird gegen Donald Trump aussagen

  • Offenbar wurde Flynn in der Übergangsphase dazu aufgefordert, Kontakt nach Russland aufzunehmen

  • Laut einem Medienbericht kam die Anweisung wohl von Trumps Schwiegersohn Kushner

Der ehemalige Trump-Berater Michael Flynn will offenbar aussagen, dass Donald Trump ihn dazu aufgefordert habe, mit Russland Kontakt aufzunehmen. Das berichtet ABC News.

Flynn hat ein Kooperations-Abkommen unterschrieben, die Untersuchungen des FBI-Sonderermittlers Robert Mueller gegen das Trump-Team von nun an bedingungslos zu unterstützen.

In der Russland-Affäre könnte das der entscheidende Wendepunkt sein. Dem Team von US-Präsident Trump wird vorgeworfen, im Wahlkampf und in der Übergangsphase Kontakt zur russischen Regierung aufgenommen zu haben.

Es geht um Wahlkampfhilfen, um mögliche politische Absprachen bezüglich der Russland-Sanktionen und um illegale Kontakte zu ausländischen Regierungen.

Flynn deutete an, in der Übergangszeit nach der Wahl sei eine Kontaktaufnahme von zwei hochrangigen Mitgliedern des Trump-Teams gesteuert worden. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass die Anweisung wohl unter anderem von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner kam.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Order in direkter Absprache mit dem US-Präsidenten erfolgte.

"Das könnte den Präsidenten stürzen"

US-Politologe Brian Klaas schrieb bei Twitter: "Das ist groß. Diese Ermittlung könnte den Präsidenten stürzen."

Flynn erklärte am Freitag: "Ich erkenne an, dass mein Handeln, zu dem ich mich heute vor Gericht bekannt habe, falsch war. Mit Hilfe meines Glaubens an Gott will ich die Dinge wieder richtig stellen."

"Mein Schuldbekenntnis und mein Einverständnis, mit dem Büro des Sonderermittlers zu kooperieren, sind Ausdruck einer Entscheidung, die ich im Sinne meiner Familie getroffen habe", sagte Trumps ehemaliger Vertrauter.

Das Trump-Umfeld reagierte schnell auf die neue Zuspitzung. Trumps Anwalt Ty Cobb erklärte, Flynn sei nur ein "kurzzeitiger Berater" und ein "Obama-Mitarbeiter" gewesen.

"Nichts in dem Geständnis oder in der Anklage betrifft irgendjemand anderen als Herrn Flynn", heißt es in einer Stellungnahme des Weißen Hauses vom Freitag. Rein technisch gesehen ist das richtig.

Mehr zum Thema: Flynn legt ein Geständnis ab – alles was ihr jetzt wissen müsst

Doch sollte Flynn tatsächlich Trump und andere hohe Mitarbeiter aus seinem Team belasten, werden auch sie sich im Visier der Justiz befinden.

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(jg)

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