POLITIK
01/12/2017 15:18 CET | Aktualisiert 01/12/2017 18:37 CET

Ex-Trump-Berater Michael Flynn bekennt sich in Russland-Affäre schuldig

Mike Segar / Reuters
Michael Flynn

  • Die nächste Anklage in der Russland-Affäre ist publik geworden

  • Diesmal trifft es den ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater von Donald Trump: Michael Flynn

  • Flynn hat sich bereits schuldig bekannt - und will gegen US-Präsident Trump aussagen

Michael Flynn, der ehemalige Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Trump, wird in der Russland-Affäre angeklagt. Sonderermittler Robert Mueller wirft Flynn vor, dem FBI gegenüber vorsätzlich falsche Aussagen gemacht zu haben.

Der ehemalige General gestand am Freitagnachmittag, gelogen zu haben. Und: Er hat angekündigt, gegen den US-Präsidenten aussagen zu wollen. Flynn behauptet, Trump habe ihn angewiesen, Kontakte nach Russland zu knüpfen. Desweiteren hätten ranghohe Mitarbeiter aus Trumps Team diese Kontakte koordiniert.

Flynn musste im Frühjahr als Sicherheitsberater zurücktreten, als bekannt wurde, dass er während des Wahlkampfes Kontakte zu russischen Regierungsbeamten hatte.

Die Anklage ist ein starkes Signal dafür, dass Mueller vorhat, Donald Trump selbst ins Visier zu nehmen.

Flynn wurde nur wegen Falschaussagen angeklagt - dabei ermittelt Mueller gegen den Ex-Berater und dessen Sohn auch wegen dubioser Geschäfte in Russland und der Türkei sowie des Verdachts, als Lobbyisten für fremde Regierungen gearbeitet zu haben.

Die milde Anklage unterstreicht, dass Flynn einen Deal mit Mueller eingegangen ist - der Ex-Sicherheitsberater wird gegen Trump und sein Team aussagen, um sich - und, so sagte er nach seinem Schuldgeständnis vor Gericht, seine Familie - zu schützen.

Schon in den vergangenen Tagen wurde deutlich, dass Flynns sich vom US-Präsidenten distanzieren würde. Sein Anwaltsteam brach jeden Kontakt zu den Anwälten des US-Präsidenten ab.

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Flynn traf sich mit dem russischen Botschafter Kisljak

Michael Flynn war der erste Mitarbeiter Trumps, der wegen Kontakten nach Russland seinen Job verlor.

Im Februar trat Flynn zurück, nachdem bekannt geworden war, dass er ein Treffen mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak im Dezember 2016 verschwiegen hatte.

Laut eines Berichts der "Washington Post" soll Flynn Kisljak während des Treffens in Aussicht gestellt haben, dass die Trump-Regierung die Sanktionen der USA gegen Russland lockern würden.

Zu diesem Zeitpunkt war Flynn einer von Donald Trumps engsten Beratern. Das US-Justizministerium hatte das Team des heutigen US-Präsidenten sogar davor gewarnt, dass Flynn von russischer Seite erpresst werden könnte.

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(lp)