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29/11/2017 09:38 CET | Aktualisiert 29/11/2017 10:49 CET

Yeti-Forschung: Rätsel um Schneemenschen offenbar gelöst

yanishka via Getty Images
Der Yeti soll durch die Himalaya-Region wandern. Jedenfalls glauben einige Menschen daran, dass es den mysteriösen Schneemenschen wirklich gibt.

  • Die Ergebnisse der vermutlich gründlichsten Analyse von angeblichen Yeti-Überresten sind da

  • Die Forscher konnten die DNA-Proben fast ausschließlich Bären zuordnen

  • Doch auch die eine andere Probe wird Yeti-Gläubige nicht bestätigen

Der Yeti soll durch die Himalaya-Region wandern. Jedenfalls glauben einige Menschen daran, dass es den mysteriösen Schneemenschen wirklich gibt.

US-Forscher haben DNA-Proben von angeblichen Yeti-Überbleibseln unter die Lupe genommen und haben für die Yeti-Anhänger ernüchternde Ergebnisse: Die Proben konnten die Experten fast ausschließlich Bären zuordnen. Acht der neun untersuchten Proben - gewonnen aus Knochen, Zähnen, Haaren oder Exkrementen - stammen demnach von Asiatischen Schwarzbären, Himalaya-Braunbären oder Tibetischen Braunbären, die neunte von einem Hund.

Genetik könnte auch andere Rätsel lösen

"Unsere Ergebnisse legen stark nahe, dass die biologische Untermauerung für die Yeti-Legende in lokalen Bärenarten gefunden werden kann", sagt die Biologin Charlotte Lindqvist von der University of Buffalo. "Und unsere Studie zeigt, dass die Genetik in der Lage sein sollte, auch andere, ähnliche Rätsel zu lösen."

Die Studie, veröffentlicht in den "Proceedings B" der britischen Royal Society, ist wohl die bisher gründlichste DNA-Analyse angeblicher Yeti-Relikte. Die Forscher gelangten über eine britische Filmproduktionsfirma, die 2016 in einem Film die Herkunft der geheimnisvollen Yetis lüften wollte, an die jetzt untersuchten Überbleibsel. Sie stammen ursprünglich aus Museen oder Privatbesitz.

Ein Stück behaarter Haut von einer Hand oder Pranke, die in einem Kloster aufbewahrt worden war, gehört dazu. Ebenso ein Stück Oberschenkelknochen, das in einer Höhle auf dem Tibetanischen Hochplateau in 4500 Meter Höhe gefunden wurde.

Das Geheimnis der Himalaja-Bären

Doch Lindqvist und ihr Team gingen noch einen Schritt weiter: Sie sequenzierten die mitochondriale DNA (mtDNA) weiterer asiatischer Bären - insgesamt von 23 Tieren - und verglichen sie dann mit derjenigen von Bären in anderen Teilen der Welt.

Es zeigte sich, dass Tibetische Braunbären mit denen in Nordamerika und Europa relativ eng verwandt sind. Himalaya-Braunbären hingegen, deren mtDNA nun erstmals komplett entschlüsselt wurde, haben sich evolutionär schon wesentlich früher, vor etwa 650.000 Jahren, abgespalten.

In der damaligen Eiszeit hätten die Himalaya-Braunbären vermutlich über längere Zeit hinweg durch Gletscher abgetrennt und isoliert von den anderen gelebt, vermuten die Forscher.

Ihrer Einschätzung nach sind die Ergebnisse nicht nur wichtig, um die Herkunft der Tiere nachzuvollziehen, sondern auch für deren Gegenwart. "Die Himalaya-Braunbären sind vom Aussterben bedroht.

Ihre Bevölkerungsstruktur und genetische Vielfalt zu klären, kann auch helfen, ihre Bestände zu schätzen und Management-Strategien zu entwerfen", sagt Lindqvist. Auch die Untersuchung weiterer "Yeti-Relikte" könne dazu beitragen.

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