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29/11/2017 10:13 CET

Wutbotschaft an die Stadt: Das sagt der demenzkranke Rentner, der für Ausruhen an Bushaltestelle eine Strafe bekam

J2R via Getty Images
Wutbotschaft an die Stadt: Das sagt der demenzkranke Rentner, der für Ausruhen an Bushaltestelle eine Strafe bekam

  • Ein Rentner in Düsseldorf hat einen Bußgeldbescheid erhalten, weil er sich an einer Bushaltestelle ausruhte

  • Der Mann fordert in der "Bild"-Zeitung nun eine Entschuldigung von der Stadt

Der Fall klingt fast zu absurd, um wahr zu sein: Ein 86-jähriger Demenzkranker hat sich an einer Bushaltestelle in Düsseldorf ausgeruht, als er mit seiner Hündin unterwegs war, und erhielt dafür ein Bußgeld von 35 Euro.

Laut dem Bußgeldbescheid des Ordnungsamtes verstieß er mit seiner Pause gegen den Zweck der Haltestelle und somit auch gegen die Düsseldorfer Straßenordnung. Einen entsprechenden Paragrafen gebe es in der Stadt, um etwa Obdachlose zu verscheuchen, sagte damals eine Sprecherin der Stadt Düsseldorf gegenüber der "Bild".

Auf Twitter verbreitete sich der Bußgeldbescheid, die Empörung war groß - und Medien in Deutschland und im Ausland berichteten über den Fall.

Nun hat die "Bild"-Zeitung mit dem Rentner gesprochen.

"Ich habe die Schnauze voll"

Der Rentner ist sauer über den Bußgeldbescheid. "Die Stadt soll sich bei mir ent­schul­di­gen", zitiert die "Bild" ihn. An der Bushaltestelle wolle er sich nicht mehr ausruhen. "Ich habe die Schnauze voll", sagt er. Bisher habe sich niemand bei ihnen entschuldigt, bestätigt die Ehefrau des Mannes.

Ob das Ehepaar das Bußgeld tatsächlich bezahlen muss, ist nicht bekannt. Eine Sprecherin der Stadt sagte der "Rheinischen Post", eine kurze Gegen-Äußerung reiche aus, um nicht zahlen zu müssen.

Die Frau des Rentners erzählt auch, dass sie ihren Mann immer an den Vorfall erinnern müsse - wegen seiner Demenzerkrankung. "Immer bevor er jetzt mit un­se­rem Hund Gassi geht, sage ich ihm: 'Setz dich dort nicht hin, das kos­tet 35 Euro'", sagte sie der "Bild".

Auch sie ist empört über den Vorfall: "Als ich den Brief von der Stadt las, hab ich einen Schock be­kom­men. Ich hätte es nicht be­zahlt, ich hätte es dar­auf an­kom­men las­sen. Ich hatte so eine Wut."

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(amr)

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