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29/11/2017 14:00 CET | Aktualisiert 29/11/2017 23:17 CET

Auch armen Familien ein schönes Weihnachten ermöglichen: Linken-Politiker fordern Weihnachtsgeld für Kinder

  • Weihnachten kann für Eltern mit geringem Einkommen sehr belastend sein

  • Besonders Kinder leiden darunter

  • Die Linke fordert daher die Einführung eine Kinderweihnachtsgelds

Geschmückte Bäume, bunte Lichter, Ausflüge auf den Weihnachtsmarkt und nicht zuletzt auch die Geschenke - die Adventszeit kann besonders für Familien etwas Magisches haben. Jedenfalls, wenn man das nötige Geld besitzt.

Im Video oben: So könnt ihr an Weihnachten armen Kindern eine Freude bereiten

Für Familien, die finanziell nicht so gut gestellt sind, kann das schon ganz anders aussehen. Wer das Jahr über schon Geldsorgen hat, für den ist die Weihnachtszeit, mit all ihren Kosten oft eher eine Zeit der Belastung, als der Besinnung.

Vorallem Kinder, die oft noch nicht genau verstehen, warum die Adventszeit bei ihren Freunden so anders abläuft, sind hier die Leidtragenden.

Die Einführung eines Kinderweihnachtsgelds könnte das ändern.

Weihnachten sorgenfrei machen

“Zu Weihnachten gehört es auch, sich einmal im Jahr weniger Sorgen als im Alltag machen zu müssen,” heißt es in einem aktuellen Antrag der Linken an die Bundesregierung.

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Zwar brauche es zu einem frohen Weihnachtsfest weit mehr als nur finanzielle Mittel, doch die üblichen Bräuche, wie besondere Speisen, Dekoration und auch die Geschenke kosten nunmal Geld. Wer sich das nicht leisten kann, könne Weihnachten nicht so feiern, wie es gesellschaftlich üblich ist.

Das Geld für diese Mehrausgaben sei durch das Kindergeld und andere kindsbezogenen Sozialleistungen nicht gedeckt.

Für Kinder gehöre es außerdem zu einer gelungenen Weihnachtszeit, die Eltern sorgenfrei zu erleben.

Weihnachten für alle

Die Linke fordert daher die Bundesregierung auf, ein Kinderweihnachtsgeld in Höhe von 50 Prozent des monatlichen Kindergeldes einzuführen.

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Diese Zahlung solle eine einmalige pauschalierte Leistung sein, die nicht als Einkommen angerechnet werden soll, sodass aus andere Sozialleistungen und auch Unterhaltsleistungen dadurch nicht gemindert werden.

Auch Kinder von Geflüchteten und Asylbewerbern sollen hier berücksichtigt werden.

Der von der Linken eingereichte Antrag klingt nach einer sehr schönen Idee, doch ob sich dadurch wirklich die genannten Probleme lösen lassen ist fragwürdig.

Denn es ist natürlich den Eltern überlassen, was sie mit dem Geld kaufen. Ob der Weihnachtsbonus am Ende den Kindern ein besseres Fest beschert oder für völlig andere Dinge ausgegeben wird, lässt sich weder festlegen, noch nachweisen.

Die grundlegenden Probleme, die zu der Armut der Familien geführt haben, werden durch so einen Bonus natürlich auch nicht angegangen. Der Antrag verrät nicht, wie viel das Kinderweihnachtsgeld den Staat kosten würde, doch wird die Summe nicht gering sein.

Es könnte daher weit sinnvoller sein, das Geld in langfristige Projekte zu stecken, die wirklich dabei helfen, Kinder aus der Armut zu befreien.

Armut mag zuerst ein Problem des Einkommens sein, doch die Spätfolgen, die sie auf die Kinder hat, verschwinden nicht, nur weil plötzlich mehr Geld da ist. Hier helfen nur Projekte zur Familienbildung und Armutssensibilität.

Was nach einer schönen Geste klingt, könnte sich am Ende als ein teures Anbiedern an die Wähler entpuppen, ohne wirklich jemandem zu helfen.

Ob die Einführung einer solchen Änderung überhaupt Aussichten auf Erfolg hat, bleibt fraglich. Wahrscheinlich wird es ein unerfüllter Weihnachtswunsch der Linken bleiben.

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