POLITIK
29/11/2017 13:52 CET | Aktualisiert 29/11/2017 16:02 CET

US-Präsident Trump verbreitet auf Twitter Videos einer rechtsextremen Politikerin aus Großbritannien

reuters
US-Präsident Trump verbreitet auf Twitter Videos einer rechtsextremen Politikerin aus Großbritannien

  • Donald Trump hat auf Twitter für einen Eklat gesorgt

  • Er verbreitete mehrere Tweets der rechtsextremen Politikerin Jayda Fransen aus Großbritannien

  • Diese sind Teil der Hasskampagne gegen Muslime von Fransens Partei Britain First

Er hat es schon wieder getan: Donald Trump hat auf seinem Twitter-Account hasserfüllte Botschaften verbreitet.

Noch im August teilte der US-Präsident ein Video, dass Gewaltausbrüche gegen Journalisten des Senders CNN verherrlichte - nun sind es Tweets der rechtsextremistischen Politikerin Jayda Fransen.

Fransen gehört der rechtsnationalistischen Partei Britain First an. Die Gruppierung fordert unter anderem eine Verbannung des Islams aus Großbritannien, sie veranstaltet "christliche Patrouillen" und "Moscheeinvasionen". Im vergangenen Jahr brachte ein mit der Gruppe in Verbindung stehender Mann die britische Abgeordnete Jo Cox um. Fransen selbst wurde schon mehrfach wegen Volksverhetzung verhaftet, in Großbritannien laufen mehrere Verfahren gegen sie.

Trump scheint all das egal zu sein. Ihm waren wohl eher die Inhalte von Fransens Tweets wichtig - und die haben es in sich.

"Islamistischer Mob schubst einen Jungen vom Dach und prügelt ihn zu Tode!"

Denn Fransen verbreitet auf ihrem Twitter-Account zumeist Videos, die Muslime oder Islamisten (für Fransen ein Synonym) bei Gewalttaten oder anti-christlichem Verhalten zeigen sollen.

Die Titel der Videos, die der US-Präsident nun auf seinem eigenen Account teilte: "Muslimischer Migrant verprügelt einen niederländischen Jungen auf Krücken!", "Muslim zerstört eine Statue der Mutter Maria", "Islamistischer Mob schubst einen Jungen vom Dach und prügelt ihn zu Tode!"

trump

Zu keinem der Videos gibt es eine genaue Ortsangabe, auch ist die Identität der Personen, die gezeigt werden, nicht festzustellen. Der Schläger etwa, der im ersten Video einen Jungen auf Krücken attackiert, ist eben kein Muslim. Die niederländische Zeitung "De Telegraaf" schreibt, dass der Angreifer weder ein Migrant noch islamischen Glaubens sei.

Generell fehlt den Videos jeder Kontext, auch ihre Authentizität ist nicht geklärt. Dennoch teilte Donald Trump sie. Das passt zur Agenda des US-Präsidenten: Immer wieder schürt er Hass auf Muslime, er verurteilt sie allgemein nach Terrorattentaten, er ignoriert Attacken auf Muslime in den USA und versucht immer wiederEinreiseverbote gegen Bürger aus Ländern zu verhängen, die mehrheitlich muslimisch geprägt sind.

Trump wirkt so als Brandbeschleuniger des Hasses auf Muslime in den USA. "Wir sehen, wie diese Stereotypen und abwertenden Bemerkungen Teil des politischen Diskurses werden", erklärte Brian Levin im Juni der "New York Times". Laut dem Direktor des Centers for the Study of Hate and Extremism sei "eine signifikante Zunahme dieser Arten von Hassverbrechen" die Folge.

Mehr zum Thema: Exklusiv: Zahl an Hassverbrechen in den USA steigt unter Trump stark an

Trumps Twitter-Eskapade ruft Empörung hervor

Entsprechend entsetzt reagierten viele Twitter-Nutzer auf den neuen Fehltritt des US-Präsidenten. Der Trump-kritische Journalist Brian Klaas schrieb: "Rassistisch, unamerikanisch, nicht akzeptabel." Trump habe durch seinen Tweet die Beziehungen zu muslimischen Ländern und auch Verbündeten wie Großbritannien schwer beschädigt - "das ist krank", lautete sein Fazit.

Der britische Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald twitterte: "Jayda Fransen ist ein widerlicher Mensch und egal wie niedrig die Erwartungen an Trump sind, dass er mehrfach ihre Videos von einzelnen Muslimen, die schlimme Dinge tun, teilt, ist abstoßend und schockierend."

Der renommierte britische TV-Moderator Piers Morgan rief Trump derweil dazu auf, die "unverifizierten Videos einer widerwärtigen, rassistischen und rechtsextremen Gruppierung" sofort zu löschen und diesen "Wahnsinn" zu stoppen.

Trump hat bisher nichts dergleichen getan. Er erweiterte den Wahnsinn nur - indem er in seinem nächsten Tweet wieder einmal eine Attacke auf den Sender CNN startete.

Der deutsche Social-Media-Experte kam deshalb zu dem Schluss: Sich über Trumps Tweets aufregen bringe nichts. Er schrieb: "Er kann sich nicht verändern und ist wahrscheinlich krank."

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(ll)

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