POLITIK
29/11/2017 06:57 CET | Aktualisiert 29/11/2017 11:07 CET

CSU-Machtkampf kurz vor der Entscheidung: Söder soll laut Medienbericht Bayerns Ministerpräsident werden

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  • Noch wenige Tage, dann soll der Machtkampf um Horst Seehofers Zukunft und Nachfolge entschieden sein

  • In einer CSU-Fraktionssitzung am Mittwoch wird es deshalb keine Personaldebatte geben

  • Die "Bild"-Zeitung berichtet, dass Markus Söder Ministerpräsident und Spitzenkandidat für die Landtagswahle 2018 in Bayern werden soll

Der CSU-Machtkampf um die Führung der Partei und des Freistaats Bayern steuert auf eine Entscheidung am kommenden Montag, 4. Dezember, zu. An dem Vormittag trifft sich zunächst die CSU-Landtagsfraktion zu einer Sondersitzung, dann der Parteivorstand.

Allgemein erwartet wird inzwischen, dass Seehofer 2018 nicht mehr als Spitzenkandidat zur Landtagswahl antritt. Die "Bild"-Zeitung berichtet nun, dass in der Fraktionssitzung am Montag ein Antrag eingebracht werden soll, nach dem Markus Söder Ministerpräsident Bayerns und Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2018 werden soll.

Anfang 2018 soll Horst Seehofer demnach von Söder als Ministerpräsident abgelöst werden.

Konkurrenz für Söder durch Innenminister Herrmann?

Allerdings: Trotz der Favoritenrolle Söders ist noch nicht ganz klar, ob er konkurrenzlos die Macht in der CSU ergreifen können wird. Denn inzwischen wird auch von internen Versuchen berichtet, Innenminister Joachim Herrmann zu einer Kandidatur zu überreden. Er könnte Söder also in die Quere kommen.

Herrmann lehnte einen Kommentar dazu ab. "Ich äußere mich dazu erst, wenn sich Seehofer endgültig entschieden hat, sagte er dem "Münchner Merkur".

Mehr zum Thema: "Fake News verbreitet": Politologe sagt, warum der CSU-Machtkampf anders ausgehen könnte, als von vielen erwartet

Seehofer hatte seine Ankündigung, ob er noch einmal als Parteichef und Ministerpräsident weitermachen will, in einer CSU-Vorstandssitzung vergangene Woche vertagt - zum Ärger vieler Abgeordneter, die sich offenbar nur deshalb in der Fraktionssitzung wenige Stunden zuvor zurückgehalten hatten.

Deshalb gab es Spekulationen, ob es in der regulären Fraktionssitzung an diesem Mittwoch neuen Ärger für Seehofer geben könnte. Nun hieß es angesichts der klaren Terminplanung für Montag, bis dahin werde man abwarten. Deshalb solle es am Mittwoch keine Personaldebatte geben.

Seehofer hält sich bedeckt

Tatsächlich hatte Seehofer sich am Donnerstag nicht endgültig erklärt, wohl aber ein Signal gesandt, dass er bereit ist, mindestens eines seiner Ämter abzugeben. So hatte er unter anderem eine "befriedende" Lösung in Aussicht gestellt. Dazu soll es in diesen Tagen, vor allem am Wochenende, eine Vielzahl von Gesprächen geben.

Allgemein erwartet wird nun, dass es auf eine Ämtertrennung hinauslaufen könnte. Denkbar ist, dass der 68-Jährige angesichts der unklaren Lage in Berlin noch einmal als Parteivorsitzender antritt. Sollte er auch diesen Posten räumen, gelten CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt und Parteivize Manfred Weber, der auch EVP-Fraktionschef im Europaparlament ist, als mögliche Nachfolger.

Seehofer steht seit dem Absturz der CSU bei der Bundestagswahl massiv unter Druck, mindestens eines seiner Ämter abzugeben.

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(amr)

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