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29/11/2017 13:33 CET | Aktualisiert 29/11/2017 14:41 CET

"Können Versprechen nicht einhalten": Hermes und GLS begrenzen Paketzustellungen vor Weihnachten

Michaela Rehle / Reuters
Hermes und GLS begrenzen ihre Zustellmengen.

  • In der Zeit vor Weihnachten werden in Deutschland bis zu 15 Millionen Pakete am Tag versendet

  • Weil sie Chaos fürchten, haben die Dienstleister GLS und Hermes jetzt zum ersten Mal ihr Kontingent begrenzt

  • Zum ersten Mal könnte das dazu führen, dass nicht alle Pakete, die online bestellt werden, zugestellt werden

Vor Weihnachten sind es bis zu 15 Millionen Pakete, die täglich in Deutschland zugestellt werden. "Wir mussten ein Signal setzen, dass es so nicht weitergehen kann“, sagte Hanjo Schneider, Logistikvorstand der Otto Group, der “Welt”.

Weil die Dienstleister Hermes und GLS Chaos in der Vorweihnachtszeit befürchten, haben sie jetzt erstmals die Anzahl an Paketen, die sie transportieren wollen, limitiert. Ein Drittel ihre Aufträge stammt von Gesellschaften aus dem Mutterkonzern Otto.

Das hat es in Deutschland noch nie gegeben

GLS und Hermes haben somit die Kontingente für Pakete von Online-Shops erstmals begrenzt. Alles, was über das feste Kontingent an Paketen anfällt, wird somit liegen bleiben. Das hat es in Deutschland noch nie gegeben.

Vorher galt für die Paketdienste die Devise: Viel hilft viel. Eine Vollauslastung der Sortieranlagen und Transportfahrzeuge wurde auch zu niedrigen Preisen in Kauf genommen.

Doch der rasante Anstieg an Online-Bestellungen in den vergangenen Jahren stößt jetzt für die Dienstleister an die Schmerzgrenze. Es fehlt an Fahrern und Fahrzeugen - und an Platz in deutschen Städten.

Der Unmut vieler Online-Besteller ist schon heute groß, in Foren machen verärgerte Deutsche ihrem Ärger Luft und die Reklamationsrate steigt.

”Wir sehen erste Anzeichen, dass wir unser Versprechen nicht mehr einhalten können”

Die Kapazitäten werden dennoch wie schon zuvor in den vergangenen Jahren auch in diesem Jahr vor Weihnachten aufgestockt. 20.000 Saisonarbeiter und zusätzliche 10.000 Fahrzeuge wird es demnach bei DHL, Hermes, GLS und DPD geben.

Doch auch das wird aus Sicht der Dienstleister nicht genügen. An den Tagen vor Weihnachten liegt die zuzustellende Paketanzahl im Schnitt um das Doppelte höher als im Rest des Jahres.

Und: 2017 gab es bereits in einigen Herbstwochen Engpässe bei den Paket-Dienstleistern. Deshalb sehen sie sich jetzt gezwungen, die Reißleine zu ziehen. "Wir sehen erste Anzeichen, dass wir unser Versprechen nicht mehr einhalten können“, sagte Schneider der “Welt”.

Nicht nur Verbraucherverbände raten deshalb: Wenn es nicht zwingend sein muss, sollten die Deutschen ihre Geschenke direkt im Laden kaufen.

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(lm)